SGI Newsletter vom 25.2.2022

Übersetzt und redaktionell bearbeitet vom BVÖ





19 Unternehmen mit dem SGI Europe CSR-Label ausgezeichnet

Am 23. Februar 2022 organisierte SGI Europe die achte Verleihungszeremonie des CSR-Labels, die von EDF in Paris ausgerichtet wurde. Bei dieser Gelegenheit wurden 19 Unternehmen der Daseinsvorsorge mit SGI Europe CSR-Label ausgezeichnet, das ihr Engagement für die Anwendung eines verantwortungsvollen Wirtschaftsmodells auf der Grundlage der sozialen Verantwortung und des Umweltschutzes unterstreicht. Die Zusammenstellung der ausgezeichneten Best Practices finden Sie hier.

Pascal Bolo, Präsident von SGI Europe, eröffnete die Verleihungszeremonie mit den Worten:

„Das SGI Europe CSR-Label ist der Beweis dafür, dass soziale Verantwortung eine Angelegenheit aller Unternehmen ist: Unternehmen des öffentlichen Dienstes jeder Größe sind Vorreiter in diesem Bereich. Aufgrund ihres Charakters und der Wesentlichkeit ihrer Tätigkeiten stehen sie oft an der Spitze der sozialen Entwicklung und tragen in vollem Umfang zum Aufbau einer neuen, modernen, nachhaltigen und geeinten europäischen Gesellschaft bei.“

„Die Unternehmen der Daseinsvorsorge sind Vektoren für die Modernisierung des öffentlichen Handelns und die Antizipation des Wandels. Sie sind innovativ, erfinden Handlungs- und Denkweisen neu und verbessern die Qualität ihrer Dienstleistungen, während sie gleichzeitig die Auswirkungen von Krisen für die Bürger abfedern. Sie stehen im Mittelpunkt der Entwicklung einer widerstandsfähigeren Gesellschaft, indem sie die Lehren aus der Pandemie ziehen und den Erfolg des grünen und digitalen Wandels sicherstellen“.


Liste der mit dem SGI Europe CSR-Label ausgezeichneten Unternehmen im Jahr 2022:
Administraçaõ do Porto de Sines, S.A. (Hafenverwaltung, Portugal)
AFPAR Société Publique Locale (Berufsausbildung, Frankreich)
Ambiente Servizi S.p.A. (Abfallwirtschaft, Italien)
CILIOPÉE (Wohnungswesen, Frankreich)
EMEL – Empresa Municipal de Mobilidade e Estacionamento de Lisboa, E.M., S.A. (Mobilität und Verkehr, Portugal)
Fastighets AB Förvaltaren (Wohnungswesen, Schweden)
Förvaltnings AB GöteborgsLokaler (Wohnungswesen, Schweden)
GEBALIS, Gestão do Arrendamento da Habitação Municipal de Lisboa, E.M.,S.A. (Wohnungswesen, Portugal)
Gelsenwasser AG (Wasser- und Abwassermanagement, Deutschland)
GORENT S.p.A. (Fahrzeugvermietung und Stadthygiene, Italien)
Gruppo HERA (Multi-Utilities, Italien)
Groupe SERL (Stadtentwicklung, Frankreich)
HEAG Holding AG Deutschland (Multi-Utilities, Deutschland)
Junta de Freguesia de Olivais (Lokale öffentliche Verwaltung, Portugal)
PWiK Rybnik (Abwasserentsorgung, Polen)
Plaine Commune Développement (Stadtentwicklung, Frankreich)
SAEMES (Mobilität, Frankreich)
SIC – Société immobilière de Nouvelle-Calédonie (Wohnungsbau, Frankreich)
Uppsalahem AB (Wohnungswesen, Schweden)

Kontakt: Stefan Enica


SGI Europe organisiert Training zur Umsetzung der EU-Taxonomie

Im Vorfeld der Preisverleihung organisierte SGI Europe einen speziellen Workshop zur Umsetzung der EU-Taxonomie, an dem Nathan Fabian, Vorsitzender der Platform on Sustainable Finance (PSF), Helena Vines Fiestas, Vorsitzende der Data & Usability Subgroup der PSF, und Antje Schneeweiss, Vorsitzende der Social Taxonomy Subgroup der PSF, teilnahmen.

Valeria Ronzitti, Generalsekretärin von SGI Europe, kommentierte den Workshop mit den Worten:

„Nachhaltige Finanzen sind ein wichtiger Pfeiler für die Zukunft der sozialen Verantwortung von Unternehmen. Auf EU-Ebene kann die EU-Taxonomie, wenn sie im richtigen Rahmen umgesetzt wird, zu einem Instrument werden, das es ermöglicht, die Ziele des EU Green Deal zu verwirklichen und Kapitalströme auf ökologisch und sozial nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten umzulenken.“

„Der Aufbau von Kapazitäten wird für die Bewertung der Übereinstimmung der Dienstleistungen von allgemeinem Interesse mit der EU-Taxonomie von wesentlicher Bedeutung sein. SGI Europe setzt sich für die Schaffung eines neuen Lernrahmens ein, der öffentliche Unternehmen bei der Anpassung an den Rahmen für nachhaltige Finanzen unterstützt.“

Mit dem Workshop nimmt SGI Europe eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der EU-Taxonomie ein. SGI Europe kündigte außerdem das ehrgeizige Ziel an, eine neue Generation des CSR-Labels für öffentliche Unternehmen zu schaffen, die sich auf die EU-Taxonomie konzentrieren und diesen Kapazitätsaufbau fortsetzen soll.

Kontakt: Stefan Enica 


Erste Schulungsveranstaltung im Rahmen des Projekts „Including SGIs in the Europe Semester“

Am 22. Februar 2022 organisierte SGI Europe in Paris, Frankreich, die erste Schulungsveranstaltung im Rahmen unseres Projekts „Including SGIs in the European Semester“. Das Treffen, an dem Mitglieder von SGI Europe aus ganz Europa teilnahmen, diente dem Austausch von Praktiken und der Ermittlung von Möglichkeiten, wie man sich auf nationaler Ebene besser in den Prozess des Europäischen Semesters einbringen kann.

Das Europäische Semester ist der Zyklus der wirtschafts-, steuer-, arbeits- und sozialpolitischen Koordinierung innerhalb der EU, und das Projekt unterstützt das Engagement und die Konsultationen der Mitglieder von SGI Europe innerhalb dieses institutionellen Rahmens. Während der Schulungssitzung wurden Themen wie die Kommunikation der Auswirkungen des Europäischen Semesters und die Einbeziehung der Mitglieder in regelmäßige Kontakte mit den zuständigen Vertretern in den Ministerien und Regierungen angesprochen. Die Teilnehmer stellten Praktiken wie die Erstellung von Überwachungsberichten und die Ausarbeitung gemeinsamer Positionen von Arbeitgebern und Gewerkschaften vor.

Schließlich untersuchten die Teilnehmer, wie sie Schlüsseldokumente des Europäischen Semesters, wie die nationalen Reform- und Resilienzpläne, am besten analysieren können. Im Jahr 2022 werden drei weitere Sitzungen im Rahmen des Projekts organisiert, die sich mit den politischen Inhalten und Reformprioritäten des Europäischen Semesters befassen und sich darauf konzentrieren, die Lehren aus den Schulungen/Masterclasses über bewährte Verfahren und Verbesserungsmöglichkeiten zu ziehen.

Kontakt: Guillaume Afellat
 


SGI Europe Sustainability Board mit MdEP Sirpa Pietikäinen (FI, EVP) und Frank Siebern (Europäische Kommission)

Am 24. Februar organisierte SGI Europe ein erstes Treffen des Sustainability Boards 2022 unter dem Vorsitz von Herrn Jean-Eudes Moncomble. Bei dieser Gelegenheit trafen sich die Mitglieder von SGI Europe mit der Europaabgeordneten Sirpa Pietikäinen (FI, EVP), Mitberichterstatterin für die EU-Taxonomie im Europäischen Parlament. Das Hauptthema, das mit MdEP Pietikäinen besprochen wurde, war der Rahmen für nachhaltige Finanzen und insbesondere der von der Europäischen Kommission vorgeschlagene ergänzende delegierte Rechtsakt (CDA) zur EU-Taxonomie für Erdgas und Kernkraft. SGI Europe stellte die zu diesem Thema vereinbarte Position vor und äußerte sich auch zu den Taxo4-Umweltzielen und dem bevorstehenden delegierten Rechtsakt. Das Board befasste sich auch mit dem Gesamtbild und der Umsetzung der Taxonomie in Verbindung mit dem SGI Europe CSR Label (und der Verleihungszeremonie am 23. Februar).

Das Sustainability Board begrüßte auch Frank Siebern, Leiter des Referats „Fairer grüner und digitaler Übergang“ (GD EMPL, Europäische Kommission), und diskutierte die wichtige Rolle der Dienstleistungen von allgemeinem Interesse beim grünen Übergang, insbesondere im Zusammenhang mit dem Vorschlag für eine Empfehlung des Rates zur Gewährleistung eines fairen Übergangs zur Klimaneutralität.

Kontakt: Henriette Gleau


Treffen der SGI Europe Transport Task Force am 23. Februar

Am 23. Februar tauschte sich die SGI Europe Transport Task Force mit Herrn Kristian Hedberg, Leiter des Referats „Nachhaltiger und intelligenter Verkehr“ (DG MOVE, Europäische Kommission), über die Überarbeitung des Intelligenten Verkehrssystems (ITS) aus. Während dieses Treffens, das von Monika Unterholzner (Wiener Lokalbahnen) geleitet wurde, hoben die Mitglieder von SGI Europe ihre Schlüsselbotschaften und Prioritäten hervor, u.a. die Notwendigkeit gleicher Wettbewerbsbedingungen für die gemeinsame Nutzung von Daten.

Während des Treffens tauschten sich die Mitglieder auch über multimodale digitale Mobilitätsdienste (MDMS) aus, um das Positionspapier der SGI Europe zu diesem Thema fertig zu stellen.

Kontakt: Henriette Gleau

Europäische Kommission veröffentlicht Vorschlag für ein Datengesetz

Am Mittwoch, den 23. Februar 2022, legte die Europäische Kommission den lang erwarteten Vorschlag für ein Datengesetz vor. Der Vorschlag ist der letzte horizontale Rechtsakt der Datenstrategie der Kommission.

Mit dem Datengesetz werden Maßnahmen eingeführt, die es den Nutzern von vernetzten Geräten ermöglichen, Zugang zu den von ihnen erzeugten Daten zu erhalten, die oft ausschließlich von den Herstellern gesammelt werden. Außerdem wird vorgeschlagen, solche Daten mit Dritten zu teilen, die Verhandlungsposition von KMU in Verträgen über die gemeinsame Nutzung von Daten neu zu regeln und die gemeinsame Nutzung von B2G-Daten in Ausnahmefällen zu ermöglichen.

Auch wenn es noch zu früh ist, um die Auswirkungen des Datengesetzes auf die Verpflichtungen zur gemeinsamen Nutzung von Daten für unsere Mitglieder vollständig zu beurteilen, gibt es doch einen Punkt, den SGI Europe uneingeschränkt begrüßen kann – die Anpassung der KMU-Definition. Bei der Festlegung des Umfangs der Verpflichtungen zur gemeinsamen Nutzung von B2C- und B2B-Daten bezieht sich der Vorschlag ausdrücklich nur auf Artikel 2 des Anhangs der Empfehlung 2003/361/EG und lässt das für viele unserer Mitglieder nachteilige „Eigentumskriterium“ außen vor. Dies ist ein wichtiger Schritt nach vorn, um öffentliche KMUs bei der Verringerung des Verwaltungsaufwands zu unterstützen. Zusammen mit dem Vorschlag für eine Richtlinie über die unternehmerische Sorgfaltspflicht im Bereich der Nachhaltigkeit wurde am gleichen Tag ein zweiter Vorschlag vorgelegt, der von der vollständigen Definition in der Empfehlung 2003/361/EG abweicht. Wir fordern die Kommission auf, diese bewährte Praxis fortzusetzen und die Ansätze zur Definition von KMU so anzupassen, dass sie den verschiedenen Zwecken der Rechtstexte am besten entsprechen.

Kontakt: Manca Pocivavsek

Veröffentlichung des Vorschlags für eine Richtlinie über die unternehmerische Sorgfaltspflicht im Bereich der Nachhaltigkeit

Am Mittwoch, den 23. Februar, hat die Europäische Kommission einen Vorschlag für eine Richtlinie über die unternehmerische Sorgfaltspflicht im Bereich der Nachhaltigkeit angenommen, in der Regeln für Unternehmen zur Achtung der Menschenrechte und der Umwelt in globalen Wertschöpfungsketten festgelegt werden.

Dem Vorschlag zufolge sollen Unternehmen verpflichtet werden, sich mit den negativen Auswirkungen ihrer Tätigkeiten auf die Menschenrechte und die Umwelt zu befassen, um ein nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Unternehmensverhalten im Hinblick auf den Aufbau einer nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern und die vollständige Einhaltung der internationalen Verpflichtungen der EU sicherzustellen.

Unternehmen, die in den Anwendungsbereich des Richtlinienvorschlags fallen, werden in drei Gruppen eingeteilt, abhängig von ihrer Rechtspersönlichkeit, ihrer Größe (Anzahl der Beschäftigten), ihrem Nettoumsatz, ihren Sektoren (die als Sektoren mit großen Auswirkungen eingestuft werden) und ihrem Sitz (mit Sitz in der EU oder außerhalb der EU).

SGI Europe begrüßt die Tatsache, dass der Vorschlag vorsieht, dass nur „große Unternehmen“ mit hohem Nettoumsatz (mehr als 500 Beschäftigte und 150 Millionen EUR Nettoumsatz weltweit) die Sorgfaltspflichten erfüllen müssen. Eine Abkehr von der KMU-Definition, wie sie in der Empfehlung 2003/361 enthalten ist, ist für viele unserer Mitglieder von entscheidender Bedeutung, insbesondere für die lokalen öffentlichen Dienstleistungsunternehmen (LPSEs). Die Bezugnahme auf „Großunternehmen“ ist besser geeignet, um Unternehmen anzusprechen, die über genügend Ressourcen verfügen, um bei der Umgestaltung des Unternehmensumfelds eine Vorreiterrolle zu übernehmen, und um zu verhindern, dass diesen LPSEs zusätzlicher Verwaltungsaufwand auferlegt wird.

Die vorgeschlagene Richtlinie wird für die eigenen Betriebe der Unternehmen, ihre Tochtergesellschaften und ihre Wertschöpfungsketten gelten.

Kontakt: Antonio Astolfi








 
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