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15.05.2014

EU-Sozialpartner stellen 100 beispielhafte Projekte zur Geschlechtergleichstellung am Arbeitsplatz vor

Madrid/ Brüssel, 15.05.2014. Anfang Mai 2014 wurde in Madrid in einer gemeinsamen Initiative der europäischen Arbeitgeberverbände (CEEP, BusinessEurope, UEAPME) und der Gewerkschaften (ETUC) ein Online-Toolkit vorgestellt, welches einen informativen Überblick über ca. 100 Initiativen aus 25 europäischen Ländern zur Förderung der Geschlechtergleichstellung am Arbeitsplatz ermöglicht.

Die europäischen Sozialpartner – ETUC, BUSINESSEUROPE, UEAPME und CEEP – hatten im Jahr 2005 einen „Aktionsrahmen zur Geschlechtergleichstellung“ beschlossen, um die Geschlechtergleichstellung am Arbeitsplatz zu fördern. Das nun vorgestellte “Toolkit for Gender Equality in Practice - 100 initiatives by social partners and in the workplace across Europe” stellt einige erfolgreiche Initiativen von Mitgliedsorganisationen der EU-Sozialpartner vor.

Auf diese Weise verdeutlicht es „den Mehrwert des Sozialdialogs zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften und hebt ihr Engagement und ihre Schlüsselrolle für die Stärkung der Geschlechtergleichstellung in der EU hervor. Durch den Sozialdialog in dieser Form kann die Gleichstellung von Männern und Frauen beschleunigt werden“, so die Sozialpartner in ihrer gemeinsame Pressemitteilung.

Das Toolkit ist über folgende Webseiten erreichbar: www.resourcecentre.etuc.org/gendertoolkit/ oder www.erc-online.eu/gendertoolkit

U.a. werden folgende Initiativen als gute Beispiele zur Umsetzung vorgestellt:

  • Ein auf Sozialdialog basierendes Arbeitsumfeld, in dem „work-life balance“ als Voraussetzung für die Akquise und den Erhalt talentierter Angestellter dient bei BOLIDEN Schweden.

  • Ein zusätzlicher Tag bezahlter Urlaub für den ersten Tag im Kindergarten oder die Einschulung des Kindes für Angestellte bei MERCATOR Slowenien.

  • Ein Rechner „Logib-D“ (Lohngleichheit im Betrieb) für die freiwillige Messung des Lohngefälles zwischen Frauen und Männern in Deutschland beim BDA.

  • „Ehepartner eines Handwerkers ist ein wahrhaftiger Beruf!“ eine Initiative von CAPEB in Frankreich zur Förderung von Frauen als Entscheidungsträgern, die die Rolle des mitarbeitenden Ehepartners anerkennt, die Anerkennung seiner professionellen Aktivität und rechtlichen Schutz fordert, sowie die Stärkung seiner Rolle im Unternehmen.

  • Ein Tarifvertrag von Saint-Gobain Italien zur Förderung „Positiver Maßnahmen“ zu Gunsten von Geschlechtergleichstellung am Arbeitsplatz, wie z.B. gezieltes Training für Frauen, vereinfachten Zugang zu Beschäftigung und beruflichem Aufstieg.

  • Die CSC-Kampagne gegen geschlechtsspezifische Klischees: „Ich lösche Klischees, ich arbeite für Gleichheit.“.

  • Maßnahmen, die Mädchen ermutigen MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu wählen: MintRelation und Girls’Day in Deutschland.

Beispielhafte Projekte in Deutschland:

  • Wiedereinstieg nach Elternzeit bei Thomas Becker Goldschmiede: LINK

  • Flexible Arbeitszeiten bei Trumpf GmbH + Co. KG: LINK

  • „Work-Life Balance“ bei Siemens: LINK

  • “Business Women’s Program” bei Robert Bosch GmbH: LINK

  • “Management rocks” bei BASF SE: LINK

  • Vier Tage Arbeitswoche bei Krieger + Schramm GmbH & Co. KG: LINK

Projekte öffentlicher Arbeitgeber in Europa:

  • „Programm ‚Normstorm‘ für Geschlechtergleichstellung in der Region Umeå – Zusammenarbeit öffentlicher und privater Arbeitgeber für gleichmäßiges Wachstum“, das der geschlechterstereotypen Berufswahl entgegenwirken soll von SALAR (Swedish Association for Local Authorities and Regions) in Schweden: LINK

  • BESTA, eine Methode für die Analyse von Lohnunterschieden zwischen Männern und Frauen von SAGE (Swedish Agency for Government Employers) in Schweden: LINK

  • Agentur für die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung des Finanzministeriums in Dänemark, die die Geschlechterrolle und „Work-Life Balance“ in den Fokus stellt: LINK

  • Der dänische Gemeindeverband LGDK („ Local Government Denmark“) befasst sich mit Geschlechterrollen, indem er „Work-Life Balance“ und bezahlte Elternzeit unterstützt: LINK

  • „The time of our lives" ist eine Initiative des Bristol City Council in Großbritannien, die sich für das Erreichen einer ausgewogenen „Work-Life Balance" durch innovative Arbeitsstrukturen einsetzt: LINK

  • Aktionsplan für Geschlechtergleichheit des portugiesischen öffentlichen Verkehrsunternehmens Carris, in dem Geschlechterrollen und „Work-Life Balance" adressiert werden: LINK

  • Initiative zu Geschlechtergleichheit und weiblichen Führungskräften der FPS (Federal Public Services) in Belgien, um die Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern und so Arbeitnehmer anzuziehen: LINK

Quelle: Gemeinsame PM der EU-Sozialpartner: "100 best practices for gender equality in work" vom 07.05.2014