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17.02.2014

Eurostat: Deutschland größter Erzeuger von erneuerbaren Energien in Europa

Luxemburg, 17.02.2014. Das Europäische Statistikamt (Eurostat) hat heute (Montag) seine Gesamtstatistiken für das Jahr 2012 zum Energieverbrauch und zur Energieerzeugung der 28 EU-Mitgliedstaaten veröffentlicht.

Eurostat ist das Statistik­amt der Europä­ischen Union (EU). Es wurde 1953 als Statistik­abteilung der Europä­ischen Gemein­schaft für Kohle und Stahl gegründet und firmiert seit 1959 unter dem Namen Eurostat. Der Sitz des Amtes befindet sich in Luxem­burg.

Aufgabe von Eurostat ist es, die Institu­tionen der EU und die europä­ische Öffent­lich­keit mit hoch­wertigen statisti­schen Infor­mationen zu versorgen. Die von Eurostat genutzten Daten werden von den nationalen Statistik­ämtern der EU-Staaten erhoben. Eurostat harmo­nisiert diese Daten, um sie inner­halb der EU vergleich­bar zu machen.

Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse:

Der (Bruttoinlands)Energieverbrauch in den 28 EU-Mitgliedstaaten ist zwischen 2006 und 2012 um acht Prozent gesunken. Während er 2006 noch bei einem Höchstwert von 1,83 Millionen Tonnen Rohöleinheiten (tRÖE) lag, sank er 2012 auf 1,68 Millionen tRÖE. Der Bruttoinlandsenergieverbrauch gibt die Energie an, die benötigt wird, um den Inlandsverbrauch, innerhalb der Grenzen des nationalen Gebietes abzudecken.

  • Die größten Energieverbraucher im Jahr 2012 in der EU waren laut Eurostat Deutschland mit einem Rückgang des Verbrauchs um 9,2 Prozent, Frankreich (-5,3 Prozent) und das Vereinigte Königreich (- 12,2 Prozent).

  • In 24 Mitgliedstaaten sank der Energieverbrauch, am stärksten in Litauen (-17,0 Prozent), Portugal (-15,2 Prozent) und Griechenland (-14,4 Prozent). Den stärksten Verbrauchsanstieg verzeichnete Estland mit 11,6 Prozent.

Die Inlandsproduktion von Primärenergie betrug im Jahr 2012 in der EU 28 794 Mio. tRÖE. Der größte Anteil davon entfiel auf Kernenergie (29 Prozent), gefolgt von erneuerbaren Energien (22 Prozent), festen Brennstoffen (21 Prozent), Gas (17 Prozent) und Öl (10 Prozent).

  • Die fünf größten Energieerzeuger in der EU waren im Jahr 2012 Frankreich (17 Prozent der Gesamtproduktion in der EU28), Deutschland (16 Prozent) und das Vereinigte Königreich (15 Prozent).

  • Deutschland war Spitzenreiter in der Primärerzeugung erneuerbarer Energien aus Biomasse, Wasserkraft, geothermischer Energie, Wind- und Solarenergie (33 Mio. tRÖE, 19 Prozent), dahinter  Frankreich (21 Mio. tRÖE, 12 Prozent), Schweden (19 Mio. tRÖE, 10 Prozent), Italien (18 Mio. tRÖE, 10 Prozent) und Spanien (14 Mio. tRÖE, 8 Prozent). 

  • Spitzenreiter bei Kernenergie ist Frankreich mit fast 50 Prozent (110 Mio. tRÖE), gefolgt von Deutschland mit 11 Prozent (26 Mio. tRÖE). 

  • Polen (58 Mio. tRÖE, 35 Prozent der Gesamtproduktion in der EU28) und Deutschland (48 Mio. tRÖE, 29 Prozent) waren in der EU28 die größten Erzeuger von festen Brennstoffen.

Der Grad der Energieabhängigkeit, der das Ausmaß der Abhängigkeit eines Landes von Energieeinfuhren angibt, belief sich im Jahr 2012 in der EU28 auf 53 Prozent, wobei Malta (100 Prozent), Luxemburg und Zypern (je 97 Prozent) sowie Irland (85 Prozent) am stärksten von Energieimporten abhängig sind. Dänemark ist in der EU der einzige Nettoexporteur von Energie, so die Zahlen von Eurostat.


Hintergrund:

Eine Tonne Rohöleinheiten (tRÖE) ist eine standardisierte Einheit, die einer Tonne Rohöl mit einem unteren Heizwert von 41,868 Gigajoules entspricht. Dies ist ein gebräuchliches Maß zur Umrechnung der unterschiedlichen Brennstoffe auf der Basis ihres Energiegehalts. So entspricht beispielsweise ein GJ Kernkraft 0,024 Tonnen Rohöl, und eine Tonne hochwertiger Kohle enthält dieselbe Energie wie 0,7 Tonnen Rohöl. Kohle von geringerem Wert enthält weniger Energie.

Quelle: STAT/14/25 vom 17. Februar 2014: „Energieverbrauch in der EU28 zwischen 2006 und 2012 um 8% gefallen“