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02.03.2015

Europa 2020 Strategie: EU kommt Kernziel Klimawandel und Energie näher, dem der Armutsbekämpfung nicht

Eurostat veröffentlicht aktuelle Zielerreichung

Luxemburg, 02.03.2015. Das statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) hat heute in seiner Ausgabe 2015 „Smarter, greener, more inclusive?“ die Fortschritte bei der Erreichung der fünf in der Europa 2020-Strategie festgelegten Kernziele veröffentlicht.

Die Ausgabe 2015 der Veröffentlichung „Smarter, greener, more inclusive? - Indicators to support the Europe 2020 strategy“ beinhaltet ein Kapitel zu jedem der fünf Kernziele der Europa 2020-Strategie. Die statistische Analyse basiert auf den Europa 2020-Leitindikatoren, die zur Überwachung der Strategieziele gewählt wurden.

Ziel der Veröffentlichung ist laut Eurostat nicht, Voraussagen darüber zu treffen, ob die Europa 2020-Ziele erreicht werden, sondern durch die Bereitstellung von Statistiken ein besseres Verständnis der bisher beobachteten Entwicklungen zu ermöglichen.

Die aktualisierte Ausgabe 2015 umfasst den Zeitraum ab 2002 bzw. 2008 bis zur letzten Zeitreihe, für die Daten vorliegen (2012 oder 2013).

Zielwerte und Fortschritte seit 2008 auf gesamteuropäischer Ebene:

Seit dem Jahr 2008 wurden durch die Verringerung der Treibhausgasemissionen und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energiequellen erhebliche Fortschritte im Bereich Klimawandel und Energie erzielt, wie Eurostat berichtet und belegt.

Der Bildungsbereich wurde durch eine erhöhte Quote an tertiären Bildungsabschlüssen und die Verringerung der Zahl der frühzeitigen Schul- und Ausbildungsabgänger verbessert.

Begrenztere Fortschritte waren bei FuE-Ausgaben zu verzeichnen, während für die Bereiche Beschäftigung und Armutsbekämpfung der Abstand zu den Zielen größer geworden ist.

Zum Kurz-Bericht: LINK

Im Anschluss an die thematischen Kapitel der Veröffentlichung folgt ein Länderprofil für jeden Mitgliedstaat. Das Profil für Deutschland ist auf Seite 168 zu finden.

Die Länderprofile zeigen auf, wie sich die Situation der jeweiligen nationalen Europa 2020-Ziele auf nationaler Ebene darstellt. Die Länderprofile enthalten eine Tabelle mit den jeweiligen nationalen Europa 2020-Indikatoren und zeigen den aktuellen Stand der einzelnen Mitgliedstaaten in Form eines Radardiagramms, das den Abstand zwischen den aktuellen Daten und den gesetzten nationalen Zielwerten bildlich darstellt.

Zum Gesamtbericht mit Länderprofilen (engl.): LINK

Laut Eurostat hat Deutschland seine Europa 2020-Ziele bei Beschäftigung, den Forschungs- und Entwicklungsausgaben und bei der Reduzierung der Zahl der Schulabbrüche fast erreicht.

Der Abstand zu den Reduzierungszielen der Treibhausgasemissionen in den nicht unter das Emissionshandelssystem fallenden Sektoren hat sich in Deutschland von 2011 bis 2012 allerdings vergrößert und ist deutlich größer als im EU-Durchschnitt.

Hintergrund:

Die Europa 2020-Strategie, die im Juni 2010 vom Europäischen Rat angenommen wurde, zielt darauf ab, eine intelligente, nachhaltige und integrative Wirtschaft mit einem hohen Maß an Beschäftigung, Produktivität und sozialem Zusammenhalt zu schaffen. Die Hauptanliegen der Strategie sind in Form von fünf ehrgeizigen Zielen in den Bereichen Beschäftigung, Forschung & Entwicklung (FuE), Klimawandel & Energie, Bildung sowie Armutsbekämpfung festgelegt, die bis zum Jahr 2020 zu erreichen sind.

Diese Ziele wurden in nationale Ziele übertragen, um die Situation und die Möglichkeit der einzelnen Mitgliedstaaten, zur Verwirklichung des gemeinsamen Ziels beizutragen, zu berücksichtigen.

Ein Satz von neun Leitindikatoren und vier Subindikatoren, die von Eurostat erstellt werden, geben einen Überblick darüber, wie nah oder weit die EU vom Erreichen ihrer Gesamtziele entfernt ist.

Quelle: Eurostat-Meldung vom 02.03.2015: Europa 2020 Strategie - Wie kommt die Europäische Union im Hinblick auf die Erfüllung der Europa 2020 Ziele voran?