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02.07.2013

CEEP unterzeichnet neue Europäische Ausbildungsallianz

gemeinsame Erklärung heute in Leipzig unterzeichnet

Brüssel/Leipzig, 02.07.2013. Mit einer gemeinsamen Erklärung haben heute die Europäische Kommission, der Vorsitz des EU-Ministerrates und die europäischen Sozialpartner Europäischer Gewerkschaftsbund (EGB), BusinessEurope, Europäischer Verband öffentlicher Arbeitgeber und Unternehmen (CEEP) und Europäische Union des Handwerks und der Klein- und Mittelbetriebe (UEAPME) eine Europäische Ausbildungsallianz gegründet.

Im Rahmen des Berufsbildungswettbewerbs „WorldSkills 2013“ in Leipzig gaben die EU-Kommissare Androulla Vassiliou (Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend) und László Andor (Beschäftigung, Soziales und Integration) heute den Startschuss.

Die Partnerschaft zwischen zentralen Akteuren aus der Arbeitswelt und des Bildungswesens soll einen Beitrag zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit leisten, in dem sie in der gesamten EU die Qualität der Berufsbildung und das Angebot an Ausbildungsplätzen verbessert. Insbesondere sollen die erfolgreichsten Ausbildungssysteme in der EU ermittelt und geeignete Lösungen für jeden Mitgliedstaat umgesetzt werden. Die Allianz wird nationale Reformen zum Aufbau oder zur Stärkung von Berufsausbildungssystemen unterstützen.

Die Allianz beabsichtigt zudem Maßnahmen zu fördern, die aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, der Beschäftigungsinitiative für Jugendliche und des neuen Programms Erasmus+ für allgemeine und berufliche Bildung und Jugend finanziert werden sollen.

Einbezogen werden sollen alle „alle geeigneten Partner - Behörden, Unternehmen, Gewerkschaften, Handelskammern, Aus- und Weiterbildungsträger, Jugendorganisationen und Arbeitsverwaltungen“, so die EU-Kommission. Diese sollen feste Zusagen für die Mobilisierung öffentlicher und privater Mittel für Berufsbildungsprogramme nach dem Vorbild der Lehrlingsausbildung machen.

Mit der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung haben sich die europäischen Dachverbände der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände dazu verpflichtet, in den nächsten sechs Monaten auf Folgendes hinzuwirken:

  1. Sensibilisierung der Arbeitgeber und der jungen Menschen für die Vorteile der Berufsausbildung

  2. Weitergabe von Erfahrungen und bewährten Verfahren innerhalb ihrer Organisationen 

  3. Motivierung und Beratung der Mitgliedsverbände, damit diese Berufsausbildungsmodelle von hoher Qualität entwickeln, die auf den Qualifikationsbedarf des Arbeitsmarktes abgestimmt sind

Ferner werden sie ihre Mitgliedsverbände dazu ermutigen,

  1. mit Schulen und Arbeitsverwaltungen zusammenzuarbeiten,

  2. die Schulung innerbetrieblicher Mentoren und das Coaching von Auszubildenden zu unterstützen und 

  3. das Angebot an Ausbildungsplätzen und die Qualität der Berufsausbildung zu verbessern.

Die Kommission hat sich zu Folgendem verpflichtet:

  1. Förderung von Peer Learning und Peer Reviews zur Unterstützung politischer Reformen in den Mitgliedstaaten (insbesondere wenn in länderspezifischen Empfehlungen Maßnahmen im Berufsbildungsbereich angeraten wurden) 

  2. Gewährleistung der optimalen Verwendung von EU-Geldern zur Verwirklichung der Ziele der Allianz (Unterstützung der Weiterentwicklung auf Systemebene, der Definition von Lerninhalten und der Mobilität von Auszubildenden und Personal) 

  3. mögliche Berücksichtigung der Berufsausbildung im EURES-Netz (in enger Zusammenarbeit mit den relevanten Akteuren) 

  4. Appelle an Eurochambres und andere relevante Akteure, sich zu Maßnahmen zu verpflichten, die zur Verwirklichung der mit der Allianz angestrebten Ergebnisse beitragen.

„Berufsausbildungen können eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit spielen, denn sie statten die jungen Menschen mit den Kompetenzen und Erfahrungen aus, die die Arbeitgeber brauchen “, so die Kommissare in einer gemeinsamen Erklärung.

„Wir müssen jetzt handeln und alle an einem Strang ziehen, damit unsere jungen Menschen die Kompetenzen und Fertigkeiten erwerben, die sie für ihre persönliche und berufliche Entwicklung benötigen“, sagte EU-Kommissarin Vassiliou.

„Die Jugendarbeitslosigkeit ist unannehmbar hoch. Deshalb müssen diejenigen, die in der Bildung und auf dem Arbeitsmarkt Verantwortung tragen, dringend zusammenarbeiten, um den jungen Europäerinnen und Europäern den Übergang von der Schule zur Arbeitswelt zu erleichtern“, ergänzte EU-Kommissar Andor.

An der heutigen Auftaktveranstaltung in Leipzig nahmen auch Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, und Algimanta Pabedinskienė, Ministerin für soziale Sicherheit und Arbeit der Republik Litauen (als Vertreterin des Ratsvorsitzes) teil.

Der Europäische Industriekreis (ERT), der 50 internationale Unternehmen mit insgesamt 7 Millionen Beschäftigten vertritt, soll die Allianz mit einem Netz von „Wirtschaftsbotschaftern“ unterstützen.

Hintergrund

Die EU-Kommission hatte ihre Absicht, eine Europäische Ausbildungsallianz zu begründen, im Rahmen ihrer Initiative Neue Denkansätze für die Bildung (siehe IP/12/1233) und des Pakets zur Jugendbeschäftigung (siehe IP/12/1311 und MEMO/12/938) angekündigt. Daraufhin forderte der Europäische Rat auf seiner Tagung vom 7./8. Februar 2013 die EU-Kommission dazu auf, die Allianz im Rahmen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit aufzubauen. Die Allianz ist auch eines der Schlüsselelemente der EU-Kommissionsmitteilung Gemeinsam für die Jugend Europas vom 19. Juni.

In den Schlussfolgerungen zur Tagung des Europäischen Rates vom 27./28. Juni 2013 wird die Förderung betrieblicher Ausbildungsplätze von hoher Qualität sowie des Lernens am Arbeitsplatz, insbesondere im Rahmen der Europäischen Ausbildungsallianz, als eine der Schlüsselmaßnahmen zur Förderung der Beschäftigung junger Menschen genannt.

Die Europäische Ausbildungsallianz wird im Rahmen des Berufsbildungswettbewerbs WorldSkills lanciert.

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