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12.06.2013

Aktionsrahmen für Jugendbeschäftigung der Europäischen Sozialpartner bietet Lösungen zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit

deutsche Version der gemeinsamen Pressemitteilung:

Brüssel, 12.06.2013. Am gestrigen Dienstag (11. Juni) stellten die Europäischen Sozialpartner BUSINESSEUROPE, CEEP, ETUC (EGB) und UEAPME in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Brüssel ihren Aktionsrahmen für Jugendbeschäftigung (engl., Deutsch: LINK ) vor, der den Abschluss von Verhandlungen im EU-Sozialdialog bildet.

Die Sozialpartner unterstrichen, dass eine Jugendarbeitslosigkeit von derzeit 24,4 % im Euro-Währungsgebiet und 23,5 % in der EU27 dringendes und entschlossenes Handeln erfordere. Die Aushandlung eines Aktionsrahmens war daher oberste Priorität im Arbeitsprogramm 2012-2014 des europäischen Sozialen Dialogs.

Die europäischen Sozialpartner wollen mit ihrem Aktionsrahmen Lösungen zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit fördern. Daher fordern sie in ihrem Aktionsrahmen nationale Sozialpartner, Behörden und alle anderen Beteiligten auf, gemeinsam zu handeln um konkrete Fortschritte bei der Jugendbeschäftigung zu erreichen.

Aus Sicht der Sozialpartner wird ein mehrgleisiger Ansatz benötigt, um dynamische, offene und mobile Arbeitsmärkte zu schaffen. Es müssen Ressourcen gebündelt werden, um mehr und bessere Arbeitsplätze für Jugendliche zu schaffen, hochwertige Lern- und Ausbildungsergebnisse zu erzielen und eine bessere Übereinstimmung zwischen Angebot und Nachfrage an qualifiziertem Personal zu erreichen. Praxis-basiertes Lernen soll in ganz Europa gefördert werden.

Der vorgestellte Aktionsrahmen soll bestehende und neue Praktiken in vier Prioritäten zusammenführen: Lernen und Ausbildung, Übergang ins Berufsleben, Beschäftigung und Unternehmertum.

Die europäischen Sozialpartner haben das Ziel, die wirksamsten Initiativen zur Jugendbeschäftigung aus ganz Europa zu identifizieren, damit sie dann im jeweiligen länderspezifischen Kontext als Lösungsmodell für nationale Sozialpartner dienen.

Im Aktionsrahmen sind ebenfalls Empfehlungen an andere wichtige Akteure wie den EU-Institutionen und Mitgliedstaaten enthalten.

Die nationalen Sozialpartner werden in den kommenden drei Jahren jährlich über ihre Aktivitäten berichten.

Bernadette Ségol, EGB-Generalsekretärin, sagte: "Der EGB lehnt den Gedanken an eine geopferte, verlorene Generation junger Menschen ab. Behörden und Sozialpartner müssen Verantwortung übernehmen und die fundamentalen Anliegen dieser Gruppe aufgreifen. Mit diesem Aktionsrahmen für Jugendbeschäftigung sind die beteiligten Sozialpartner in der Lage schnell zu handeln und konkrete Maßnahmen an andere Interessensgruppen zu empfehlen“. 

Markus J. Beyrer, BUSINESSEUROPE-Generaldirektor: "Zur Unterstützung von Jugendlichen bei der Suche nach einen ersten Job ist sofortiges Handeln erforderlich. Die Arbeitgeber sind bereit, einen Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen zu leisten, Lehrstellen anzubieten und jungen Menschen zu helfen, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Unsere Fähigkeit zur Modernisierung der europäischen Bildungs- und Ausbildungssysteme um Arbeitsplätze zu schaffen und junge Menschen mit den richtigen Fähigkeiten auszustatten, wird Veränderungen für nachhaltige Lösungen ermöglichen. Deshalb engagieren sich BUSINESSEUROPE und seine Mitglieder im Aktionsrahmen".

Valeria Ronzitti, Generalsekretärin des Europäischen Verbandes der öffentlichen Arbeitgeber und Unternehmen (CEEP) sagte: "Jugendbeschäftigung ist eine der größten Herausforderungen Europas. Der Anwendungsbereich des Aktionsrahmens zeigt die große Menge an Bereichen in denen alle Beteiligte handeln müssen. In diesem Zusammenhang gibt es für die öffentlichen Arbeitgeber bei der Förderung von Jugendbeschäftigung ganz eigene, spezifischen Herausforderungen und auch Chancen. Wir begrüßen es daher, dass der Aktionsrahmen diese grundlegende Thematik aufgreift. In Anbetracht der Dringlichkeit der Situation ist es nun entscheidend, effektive und  umfassende Folgemaßnahmen aus dem Aktionsrahmen entstehen zu lassen. Die öffentlichen Arbeitgeber sehen sich verpflichtet, ihren Beitrag dazu zu leisten“.

Liliane Volozinskis, Direktor für soziale Angelegenheiten der UEAPME sagte: "Das gegenwärtige Niveau der Jugend-Arbeitslosigkeit ist für die Wirtschaft und die gesamte Gesellschaft unerträglich. Zeitgleich beklagen trotz der Krise das Handwerk und die KMU, die Hauptquellen zur Schaffung von Arbeitsplätzen, das Fehlen von qualifizierten, jungen Arbeitskräften mit den benötigten Fähigkeiten. Dies ist das Resultat langjähriger Strukturprobleme und des Fehlens von Arbeitsplätzen wegen der Wirtschaftskrise. Die Vielfalt der Situation in den Mitgliedstaaten bezogen auf die Jugendbeschäftigung erfordert eine gründliche Analyse, um den entscheidenden Schwachstellen gemäß der vier Prioritäten des Aktionsrahmens schnell begegnen zu können und eine national koordinierte Strategie zwischen den Sozialpartnern, Behörden und Beteiligten entwerfen zu können. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen sollte durch die geplanten 6 Milliarden Euro der EU-Jugendinitiative für Beschäftigung und Wachstum unterstützt werden."

Originalmeldung: CEEP Press Release vom 11.06.13: "Social Dialogue provides solutions to reduce Youth Unemployment"

Deutsche abgestimmte Übersetzung des Aktionsrahmens: LINK