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26.06.2014

EU-Sozialpartner planen europäisches Arbeitgeberprojekt zur Berufsausbildung

Sozialpartner veröffentlichen Ausschreibung

Brüssel, 26.06.2014. Die europäischen branchenübergreifenden Sozialpartner BUSINESSEUROPE, CEEP und UEAPME haben sich kürzlich darüber geeinigt, ein gemeinsames Projekt zur Kosteneffizienz von Ausbildungssystemen in 15 EU-Mitgliedsländern durchzuführen.

Es soll den Titel “The cost effectiveness of apprenticeship schemes – making the business case for apprenticeships” (zu deutsch: Die Kosteneffizienz von Berufsausbildungssystemen – Der wirtschaftliche Nutzen von Ausbildungssystemen) tragen und eine Dauer von 24 Monaten haben.

Im Rahmen des Projekts soll festgestellt werden, wie bestehende nationale Ausbildungssysteme im Hinblick auf Strukturen, Institutionen, Governance-Prinzipien und Fördermaßnahmen verbessert werden können, um Unternehmen einen Anreiz zu bieten, sich verstärkt in der Berufsausbildung zu engagieren. Hierzu werden unter anderem konkrete Praktiken im nationalen Sozialdialog verglichen.

Ziel des Projekts ist es, Arbeitgebern einen Austausch mit den jeweiligen nationalen Gewerkschaften, Berufsbildungsanbietern und Behörden zu ermöglichen und so den Europäischen Sozialdialog zu fördern. Die Empfehlungen des im Juni 2013 veröffentlichten Aktionsrahmens zur Jugendbeschäftigung (englisch: Framework of Actions on youth employment, kurz FoA), wie zum Beispiel duales Lernen oder die Konzeption von Ausbildungsprogrammen, sollen dabei aufgegriffen werden.

Der Aktionsrahmen betont die wichtige Rolle, die insbesondere gut durchdachte Ausbildungssysteme beim Übergang in den Beruf spielen.

Das Projekt wird federführend von BUSINESSEUROPE verantwortet und gemeinsam mit den anderen beiden europäischen branchenübergreifenden Arbeitgeberorganisationen CEEP und UEAPME durchgeführt. Zudem werden die Organisationen European Roundtable of Industrialists, EUROCOMMERCE, CEEMET, Digital Europe, EUproVET und EFVET ebenfalls teilnehmen.

Als federführende Organisation hat sich nun BUSINESSEUROPE im Namen der europäischen branchenübergreifenden Arbeitgeberorganisationen um finanzielle Fördermittel der EU beworben, da das Vorhaben als Projekt des Europäischen Sozialdialogs durchgeführt wird.

Die finale Entscheidung der Europäischen Kommission zur Zuweisung der Mittel wird für September 2014 erwartet. Sobald diese bestätigt ist, starten die Projektaktivitäten im September oder Oktober 2014.

BUSINESSEUROPE, CEEP und UEAPME geben zeitgleich mit dem Projektantrag bekannt, einen Subunternehmer per Ausschreibung mit einbeziehen zu wollen, welcher die Projektarbeiten unterstützen und begleiten soll.

Die Arbeitgeberorganisationen weisen darauf hin, dass die Vergabe des Auftrags davon abhängt, ob die Kommission finanzielle Unterstützung für das Projekt bewilligt. Außerdem können im Hinblick auf mögliche Anmerkungen der EU-Kommission Änderungen in der aktuellen Ausschreibung notwendig sein.

Hintergrund:

Statistisch gesehen weisen Länder mit einer höheren Berufsausbildungsquote eine geringere Jugendarbeitslosigkeit auf, wie beispielsweise Dänemark (44,7 - 10,5 Prozent), Deutschland (42,9 – 8,6 Prozent) und Österreich (34,8 – 6,3 Prozent). Unternehmen können durch Investitionen in ein eigenes Ausbildungssystem ihrem Bedarf entsprechend ausbilden und profilieren sich als guter Arbeitgeber, allerdings lassen sich viele Unternehmen von den erhöhten Kosten durch Ausbildungsmaßnahmen abschrecken. Der Sozialdialog kann daher dazu beitragen, auf europäischer wie nationaler Ebene Erfahrungen auszutauschen und Vorurteile abzubauen.