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26.03.2013

WBR-Studie zu Nachhaltigkeitsmanagement: „Vielfalt gesellschaftsverantwortlichen Handelns öffentlicher Unternehmen aufzeigen“

Berlin, 26.03.2013. Befragungen von Bürgerinnen und Bürgern haben wiederholt gezeigt, dass bei öffentlichen Unternehmen und Erbringern öffentlicher Dienstleistungen ein verantwortlicheres, nicht allein auf die Erreichung von (kurzfristigen) Gewinnzielen ausgerichtetes Verhalten geschätzt wird.

Umfassende empirische Vermessungen dieser Unternehmen im Kontext eines nachhaltigen Wirtschaftens und gesellschaftsverantwortlichen Handelns existieren bisher nicht. Der Wissenschaftliche Beirat des bvöd hat 2012 mit der Gründung eines Arbeitskreises diesen Forschungsbedarf aufgegriffen.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Dorothea Greiling (Johannes Kepler Universität Linz) und Prof. Dr. Ludwig Theuvsen (Georg-August-Universität Göttingen) setzen sich seitdem Mitglieder des Beirates mit dem facettenreichen Begriff der „Nachhaltigkeit“ und seinen Dimensionen im Kontext öffentlicher Unternehmen und Erbringer öffentlicher Dienstleistungen auseinander.

Ziel ist es, im Jahr 2013 mit Hilfe eines kürzlich entwickelten Rasters eine breit angelegte empirische Untersuchung bei diesen Unternehmen durchzuführen, die den aktuellen Umsetzungstand des Nachhaltigkeitsmanagements und die Motive der Unternehmen erfasst.

Die Mitglieder des Arbeitskreises haben in einem Artikel für die Zeitschrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen (ZögU) dem wissenschafts- und praxisrelevanten Fachpublikum erste Überlegungen und die Grundlage für die weiteren Erhebungen vorgestellt:

Britta Ammermüller, Dorothea Greiling, Jürgen Löwe, Christina Schaefer und Ludwig Theuvsen: "Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsmanagement in öffentlichen Unternehmen" (ZögU-Heft 4/2012, erschienen März 2013).

Der Beitrag nimmt zunächst eine Verortung des facettenreichen Begriffs Nachhaltigkeit und seiner Dimensionen im Kontext öffentlicher Unternehmen vor, um dann Überlegungen zur empirischen Erfassung des Standes des Nachhaltigkeitsmanagements anzustellen. Das im Ergebnis vorgestellte Untersuchungsraster zur Erfassung des Nachhaltigkeitsmanagements stellt einen Ansatzpunkt für die Durchführung der geplanten empirischen Untersuchung bei öffentlichen Unternehmen und Erbringer öffentlicher Dienstleistungen dar.

„Es ist ein Anliegen des Arbeitskreises, in der wissenschaftlichen Debatte zu diesem Thema einen nachhaltigen Beitrag zu leisten“, so die Autoren des Beitrages.

Im Fokus des wissenschaftlichen Interesses stehen die im Bundesverband Öffentliche Dienstleistungen (bvöd) organisierten Erbringer öffentlicher Dienstleistungen und öffentlichen Unternehmen in den Sektoren Wasser/Abwasser, Energie, Abfall, Verkehr, Wohnen, Bäder und der Kreditwirtschaft.

Der Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU) wird die Umfrage ebenfalls unterstützen und die 1.400 Mitgliedsunternehmen der Sektoren Wasser/Abwasser, Energie und Abfall zum Stand des Nachhaltigkeitsmanagements befragen.

An die Unternehmen soll im April 2013 der Aufruf zur Beteiligung ergehen. Zeitgleich werden in den Sektoren Wasser/Abwasser, Energie, Abfall und Verkehr Best Practice-Beispiele zusammengetragen. Dabei sollen sowohl große wie auch kleine Unternehmen aus verschiedenen Regionen Deutschlands berücksichtigt werden.

"Für uns wird es von besonderem Interesse sein, den Umsetzungsstand des Nachhaltigkeitsmanagements in den öffentlichen Unternehmen und bei Erbringern öffentlicher Dienstleistungen zu erfassen und zu messen. Viele dieser Unternehmen leisten beispielsweise durch ihre jährlichen Nachhaltigkeitsberichte einen wertvollen Beitrag zur Verdeutlichung ihres Nachhaltigkeitsmanagements. Dies ist jedoch nur eine für uns interessante Möglichkeit von vielen, nachhaltiges Wirtschaften und verantwortungsvolles Handelns zu dokumentieren", wie Professor Greiling erläutert.

Professor Theuvsen betont: "Spannend wird es sein zu sehen, welcher Stellenwert den ökonomischen, sozialen und ökologischen Aspekten von Nachhaltigkeit in öffentlichen Unternehmen zukommt. Auch ist es uns ein besonderes Anliegen, ein Schlaglicht auf die besonderen Anforderungen der verschiedenen Branchen, in denen öffentliche Unternehmen und Erbringer öffentlicher Dienstleistungen tätig sind, zu werfen. Wir hoffen, mit diesem Projekt die Vielfalt des gesellschaftsverantwortlichen Handelns dieser Unternehmen gebündelt aufzeigen und Rückschlüsse auf die Wirksamkeit nachhaltigen Wirtschaftens im öffentlichen Sektor ziehen zu können."

Im Rahmen der bvöd-Jahresveranstaltung am 5. November 2013 werden die Wissenschaftler erste Ergebnisse der Umfrage vorstellen können.

Der Wissenschaftliche Beirat des Bundesverbandes Öffentliche Dienstleistungen (bvöd)

Der Wissenschaftliche Beirat besteht aus 35 Professorinnen und Professoren unterschiedlichster Fachdisziplinen aus  Deutschland und Österreich. Daneben gehören Praxisvertreter von bvöd-Mitgliedsunternehmen dem WBR an.

Der bvöd fördert durch seinen Beirat die Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der öffentlichen Wirtschaft und ermöglicht einen wissenschaftlichen Diskurs zwischen Theorie und Praxis auf nationaler und internationaler Ebene. Die Mitglieder des WBR stellen dem bvöd und seinen Mitgliedsunternehmen und -verbänden ihr Fachwissen und ihre interdisziplinäre Expertise aus ihren jeweiligen individuellen Forschungs- und Themenschwerpunkten zur Verfügung.

Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeit des WBR stehen Themen der öffentlichen Wirtschaft auf nationaler oder europäischer Ebene. Diese werden innerhalb von Arbeitskreisen und anhand von wissenschaftlichen Publikationen aufgegriffen und analysiert.