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16.01.2015

Erstes Seminar zur Kompetenzbildung im Europäischen Sozialdialog in Warschau

Warschau/Brüssel, 16.01.2015. Am 16. und 17. Dezember 2014 fand in Warschau, Polen, das erste gemeinsame Seminar "Promoting and reinforcing the EU social dialogue" im Rahmen der integrierten Projekte für den Zeitraum 2014-16 des EU-Sozialdialoges statt.

An diesem Treffen nahmen Sozialpartner der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite aus Dänemark, Deutschland Slowakei und Polen teil. Für die deutschen öffentlichen Arbeitgeber nahm Dr. Armin Augat (KAV Bayern), Mitglied der deutschen Sektion des CEEP, an der Veranstaltung teil.

Im Vordergrund stand der Austausch über die jeweiligen Tarifverhandlungssysteme, die Rolle des sozialen Dialogs in der nationalen Wahrnehmung und die Verknüpfung von nationalem und europäischem Sozialdialog. 

Die europäischen Sozialpartner CEEP, BUSINESSEUROPE, UEAPME und ITUC (EGB) unterstrichen die Wichtigkeit des Austausches über die jeweiligen Ausgestaltungen der nationalen Sozialdialogsysteme und forderten eine bessere Umsetzung der autonomen Rahmenabkommen der EU-Sozialpartner auf nationaler Ebene ein.

Das Seminar fand zeitlich in einer schwierigen Phase des polnischen Sozialdialoges statt, da es dort praktisch keinen funktionierenden Tripartiten Sozialdialog (Arbeitgeber + Gewerkschaften + Staat) mehr gibt. Zudem haben die drei polnischen Arbeitnehmerverbände ihre Mitarbeit in der Tripartiten Kommission für den Sozialdialog seit dem 26. Juli 2013 ausgesetzt.

Die polnischen Sozialpartner brachten gemeinsam zum Ausdruck, dass deswegen die Möglichkeiten des Austausches zwischen den Partnern beider Seiten selten seien und unter dieser Situation daher der in letzter Zeit vielversprechende zweiseitige Sozialdialog ebenfalls leide.

Aufgrund der Beiträge von Sozialpartnern aus dem öffentlichen und privaten Sektor verschiedener Länder, in denen der Sozialdialog eine wichtige Rolle bei der Definition von Standards in der Arbeitswelt auf gesamtstaatlicher, regionaler und lokaler Ebene spielt, konnte sich eine gute Diskussionsatmosphäre entwickeln. 

Tatsächlich ist es schwierig die Sozialdialogsysteme zu vergleichen, da der Sozialdialog in Mittel- und Osteuropa aufgrund der dortigen Gesellschaftssysteme nicht existierte, während er sich im übrigen Europa über lange Zeit entwickeln konnte.

Dennoch konnten sich die Teilnehmer in den zwei Tagen des Seminars auf einige Grundprinzipien verständigen: So lebt ein funktionierender Sozialdialog davon, dass die Arbeitgeber- und die Gewerkschaftsseite beide arbeits- und verhandlungsfähig sind und es Plattformen zum regelmäßigen Austausch gibt, um auf dieser Grundlage Diskussionen und Verhandlungen führen zu können. 

So vereinbarten die polnischen Vertreter einen ersten grundlegenden Austausch an der Basis zur Verbesserung ihrer Koordination, um so die Grundlage für weitere Treffen und Austauschmöglichkeiten zu schaffen.

Aus Sicht von CEEP ist dieser pragmatische erste Schritt ermutigend zum Aufbau eines Sozialdialoges auf Mitgliedsstaatsebene. Den Sozialpartnern der europäischen Ebene ist ein guter Austausch mit dieser Ebene des Sozialdialoges sehr wichtig, denn sie sehen den EU-Sozialdialog auch als geeignete Plattform für die nationalen Sozialpartner an um sich dort auszutauschen.  

Das nächste Seminar zum Aufbau des Sozialdialoges wird am 22.-23. Januar 2015 in Belgrad, Serbien, stattfinden und wird Vertreter der EU-Beitrittskandidaten (ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Montenegro und Serbien) zusammenbringen.

Quelle: CEEP-News: "First Seminar for the Capacity building projects in Warsaw"