Geschäftsstelle Bundesverband Öffentliche Dienstleistungen - Deutsche Sektion des CEEP e.V.

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10.10.2012

Jugendbeschäftigung im Fokus europäischer Projektarbeit der öffentlichen Dienstleister

Brüssel, 10.10.2012. Die Wirtschaftskrise in der Europäischen Union hat zu einem starken Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen unter Jugendlichen geführt. Laut der Internationalen Arbeitsorganisation ILO stieg beispielsweise die Quote in Griechenland Mitte 2012 auf den EU-Spitzenwert von 52,8 Prozent. In Spanien war mehr als jeder zweite junge Mensch erwerbslos, in der gesamten EU sind es insgesamt fast ein Viertel aller Jugendlichen.

Die Europäischen Sozialpartner haben daher schon 2011 und 2012 mit der EU-Kommission und der jeweils amtierenden Ratspräsidentschaft über Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit diskutiert. Das Thema „Jugendbeschäftigung in der EU“ wurde daher in das Arbeitsprogramm 2012-2014 der Europäischen Sozialpartner aufgenommen. Eine erste Verhandlungsrunde über einen „Aktionsrahmen zur Jugendbeschäftigung“ fand bereits am 18. September 2012 in Brüssel statt.

Die Europäischen Sozialpartner CEEP und EGB, der Europäische Verband der öffentlichen Arbeitgeber und Unternehmen und der Europäische Gewerkschaftsbund, haben darüber hinaus Mitte 2012 das gemeinsame Projekt „Fostering Youth Employment in Public Services" gestartet, um auf Aspekte der Beschäftigung von Jugendlichen bei Erbringern öffentlicher Dienstleistungen mit konkreten Lösungsansätze einzugehen.

Insbesondere stehen Fragen zur Erreichbarkeit der Jugendlichen für das Thema der Beschäftigung, der Übergang zwischen Schule und Berufseintritt, die Zusammenarbeit mit Schulen und Ausbildungsstätten um Defiziten frühzeitig entgegenzuwirken, die Motivation der Jugendlichen und die Attraktivität der Unternehmen zur Diskussion.  

Das Ziel des Projekts ist es, im Hinblick auf die kommenden Verhandlungen zwischen EU und den branchenübergreifenden Sozialpartnern Informationen über nationale Handlungsrahmen und über die Durchführung von Maßnahmen zur Jugendbeschäftigung und zwar mit einem spezifischen Fokus auf öffentliche Dienstleistungen zu sammeln.

Zurzeit werden Experten von Arbeitgeber- und Gewerkschaftsseite konsultiert, um nationale Hintergründe und Grundlagen im Hinblick auf die Vorbereitung eines Berichts über die Praktiken und Gesetzgebung in Bezug auf die Beschäftigung von Jugendlichen zu sammeln.

Auf einer Konferenz in Brüssel werden dann die wichtigsten praktischen und politischen Ergebnisse der Verhandlungen und Vorarbeiten vorgestellt.

Ende Oktober wird in Athen daher ein Seminar zum Projekt stattfinden, das sich mit ersten Ergebnissen und Hintergründen beschäftigen wird. Gewerkschafts- und Arbeitgebervertreter aus Deutschland, Dänemark, den Niederlanden, Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland und Bulgarien sind hierzu eingeladen. Die deutsche Sektion des CEEP wird dort über Mitgliedsunternehmen vertreten sein.

Das Seminar wird klären, welche sinnvollen finanziellen und politischen Anreize es für die Arbeitgeber geben kann, um Jugendliche zu beschäftigen und welche aktuellen und zukünftigen Berufsqualifikationen untereinander abgestimmt werden könnten, um eine bessere Förderung bei der Beschäftigung zu erreichen. Im Fokus wird daher die Frage stehen, ob Förderprogramme und Beschäftigungspolitiken dazu beitragen, die Jugendarbeitslosigkeit in Europa zu reduzieren, wie die Qualität der Beschäftigung in den Unternehmen der öffentlichen Dienstleistungen erhalten werden kann und welche Rolle die Europäischen Sozialpartner dabei spielen können.


CEEP ist der europäische Interessenverband der Unternehmen und Organisationen, die öffentliche Dienstleistungen erbringen. Außerdem ist er der europäische Spitzenverband der öffentlichen Arbeitgeber und als solcher einer der drei von den EU-Institutionen anerkannten europäischen Sozialpartner. Der bvöd bildet mit seinen Mitgliedern die deutsche Sektion des CEEP.