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22.09.2011

EU-Kommission drängt auf mehr PPP-Projekte

Private Unternehmen und Öffentliche Hand sollen sich stärker bei Forschung engagieren

Brüssel, 22.09.2011. Die Europäische Kommission hat gestern öffentliche und private Akteure dazu aufgerufen, mehr gemeinsame Projekte im Bereich der Forschung und Innovation anzugehen, „um den großen gesellschaftlichen Herausforderungen“ besser begegnen zu können.

In einer veröffentlichen Mitteilung (COM(2011) 572 final, "Partnering in Research and Innovation") zog die Kommission eine positive Bilanz bisheriger Pilotprojekte und forderte gleichzeitig „noch mehr öffentlich-private und öffentlich-öffentliche Partnerschaften zu bilden, die noch effizienter sind“.

So fordert sie, dass verwaltungstechnischen Rahmenbedingungen für Partnerschaften auf EU-Ebene einfacher und flexibler werden und  Engpässe und Hindernisse bei der grenzübergreifenden Forschung abgebaut werden sollten.

Als thematische Herausforderungen für die europäische Gesellschaft sieht die Kommission zum Beispiel die Alterung der Bevölkerung, die Auswirkungen des Klimawandels und knapper werdende Ressourcen. „Vor allem angesichts der derzeitigen Haushaltseinschnitte sind die Probleme jedoch häufig für einen Mitgliedstaat oder ein Unternehmen allein zu groß, um sie im Alleingang lösen zu können“, wie die Behörde unterstreicht.

Vorschläge für Partnerschaften werden in dem „Horizont-2020“-Paket der Kommission einfließen, das Ende 2011 veröffentlicht wird.


Hintergrund und Infos:

Aus Sicht der Kommission haben Partnerschaften zwischen Akteuren des öffentlichen Sektors auf europäischer und nationaler Ebene in öffentlich-öffentlichen Partnerschaften (P2P) und Akteuren des öffentlichen und privaten Sektors in öffentlich-privaten Partnerschaften (PPP) folgende Ziele:

  • Aufbau einer kritischen Masse, damit die benötigte Größenordnung und der erforderliche Umfang erreicht werden, um wettbewerbsfähig zu werden und zu bleiben und um wichtige gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen

  • Umstellung von kurzfristigen auf langfristige Konzepte

  • Erleichterung der Entwicklung einer gemeinsamen Vision und Aufstellung einer strategischen Agenda

  • Beitrag zur Entwicklung von einem projektgestützten zu einem programmgestützten Ansatz in der europäischen Forschung und Innovation; dieses breit angelegte Konzept bindet alle potenziellen Partner ein

  • Schaffung maßgeschneiderter Strukturen und Vereinbarungen für Partnerschaften, abhängig von deren Art und Zielen.

„Im Zuge des siebten Forschungsrahmenprogramms (RP7) wurden wertvolle Erfahrungen aus den verschiedenen Partnerschaftsformen gewonnen. Hierunter fallen öffentlich-öffentliche Partnerschaften in der Forschung in Form gemeinsamer Programmplanungsinitiativen (JPI) und Initiativen nach Artikel 185, PPP aus den gemeinsamen Technologieinitiativen (JTI) und dem Konjunkturprogramm sowie Europäische Industrieinitiativen im Rahmen des SET-Plans“, so die Kommission.

Quelle: PM der Europäischen Kommission vom 21/09/2011: „Forschung & Innovation: Europäische Kommission ruft angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen zu Partnerschaften auf“, IP/11/1059