CEEP-Projekt zur gesellschaftlichen Verantwortung öffentlicher Unternehmen

CSR-Gütezeichen wurde 2014 an öffentliche Unternehmen vergeben

Was bedeutet CSR?

"Corporate Social Responsibility" (CSR) umfasst die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Auf freiwilliger Basis und über rechtliche Vorschriften hinausgehend, werden wirtschaftliche, soziale und ökologische Belange in Kultur, Strategie und Tätigkeit von Unternehmen nachhaltig integriert und weiterentwickelt.

Die Bewerbungsphase für das Jahr 2016 ist seit Dezember 2015 offiziell eröffnet. Unternehmen und Dienstleister des öffentlichen Sektors haben noch bis zum 16. April 2016 die Gelegenheit, sich für die Vergabe des Gütezeichens zu bewerben. Die dafür notwendigen Dokumente sind auf dieser Seite erhältlich.

Ziele des CEEP-CSR-Projekts

Die EU-Kommission hat die Pilotphase des CSR-Projektes des CEEP „Discerno“, in den Jahren 2006 bis 2010 kofinanziert. Seit 2012 wird das Projekt von CEEP selbsttragend fortgeführt.

Das Projekt verfolgt zwei Ziele:

Zum einen soll das branchenübergreifende CSR-Projekt des CEEP die Etablierung von CSR-Prinzipien und deren Förderung in öffentlichen Unternehmen und bei Erbringern öffentlicher Dienstleistungen ermöglichen.

Durch das Projekt soll gesellschaftlich verantwortliches Handeln in die Unternehmen integriert bzw. das bereits bestehende Wissen und die bereits bestehenden Praktiken ausgebaut werden. Es richtet sich an öffentliche oder gemischtwirtschaftliche Unternehmen, die Dienstleistungen von allgemeinem Interesse bzw. Dienstleistungen der Daseinsvorsorge erbringen.

Zum anderen versetzt das Projekt CEEP in die Lage, die Ergebnisse und Erfahrungen der öffentlichen Unternehmen mit dem nachhaltigen Wirtschaften aktiv in Richtung EU-Institutionen zu kommunizieren, um damit den Beitrag der öffentlichen Unternehmen in Europa an einer nachhaltigen Wirtschaftsweise zu verdeutlichen.

Ein CSR-Gütezeichen für öffentliche Unternehmen

Die Vergabe eines CSR-Gütezeichens ("Label") an Unternehmen, die in besonders vorbildlicher Art und Weise nach allgemeinen und branchenspezifischen Bedingungen und nach Richtlinien der Europäischen Union, der Vereinten Nationen und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die CSR-Prinzipien umsetzen, wurde mit Unterstützung der EU-Kommission erstmals 2008 vorgenommen.

Das CEEP-CSR Label hat sich als anerkanntes europäisches Label für öffentliche Unternehmen etabliert und ist das einzige seiner Art in Europa. Es wurde seit 2008 an rund 100 Unternehmen aus ganz Europa verliehen.Es ist für zwei Jahre gültig.

Die bisherigen Gewinner aus Deutschland sind:
Abfallwirtschaftsbetrieb München - Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Rheingau-Taunus Kreis - Berliner Stadtreinigungsbetriebe A.ö.R. - Berliner Verkehrsbetriebe A.ö.R. - Berliner Wasserbetriebe A.ö.R. - Bremer Straßenbahn AG - Die Stadtreiniger-Stadt Würzburg - Dortmunder Energie und Wasserversorgung GmbH - Entsorgung Dortmund (EDG) - Erdgas Südbayern GmbH  - HEAG Südhessische Energie  AG - Stadtreinigung Hamburg A.ö.R. - Stadtwerke Mainz AG - Wasser und Abwasserwirtschaft Gemeinde Wietzendorf   -

Vergabe des Labels 2014

Beim CEEP gingen bis Teilnahmeschluss 24 Bewerbungen von Unternehmen aus Frankreich, Schweden, Portugal, Italien, Großbritannien und vier aus Deutschland ein. Die von den Unternehmen eingereichten Belegdokumente ihres CSR-Engagements wurden von einer unabhängig besetzten Jury ausgewertet und diese entschied die Vergabe des Labels.

Die Verleihung des Labels fand am 29. Oktober 2014 in Mailand im Casa dell'Energia e dell'Ambiente statt. Preisträger aus Deutschland waren die Berliner Stadtreinigung (BSR), die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die Stadtreiniger Würzburg und die Entsorgung Dortmund (EDG).

Zur Pressemitteilung der Verleihung 2014: LINK

Ablauf der Labelvergabe für 2014:

Der Bewerbungsprozess erfolgte in drei Stufen:

1. Selbsteinschätzung mit Hilfe eines Online-Fragebogens (kostenlos). Eine entsprechend hohe Punktezahl qualifiziert das Unternehmen für den weiteren Label-Bewerbungsprozess.

2. Evaluation durch externe Experten, dafür ist eine Einreichung von Belegdokumenten zum Beweis der Umsetzung der CSR-Prinzipien im Unternehmen notwendig.

3. Eine unabhängige Jury entscheidet über die Vergabe des Labels und von Sonderauszeichnungen.

Infoflyer zum Label: PDF

Vorteile des Labels für teilnehmende Unternehmen

  • Durch den Expertisen- und Informationsaustausch von Erbringern öffentlicher Dienstleistungen aus ganz Europa können sich die Teilnehmer einem europaweiten Vergleich von Best Practises stellen und Teil eines europaweiten CSR-Netzwerks öffentlicher Unternehmen werden.

  • Die Unternehmen können bisher erworbene CSR-Zertifizierungen durch das europäische CSR-Gütezeichen des CEEP ergänzen und sich gegenüber Stakeholdern als vorbildliche nachhaltige Dienstleister etablieren. Damit trägt das Label zu einer besseren Stakeholder-Orientierung der Unternehmen bei, da das Verhältnis zu Kunden, Mitarbeitern, den wirtschaftlichen Stakeholdern und zu den Kommunen einen Projekt-Schwerpunkt darstellt.

  • Mit dem Erwerb des Gütezeichens können sich Unternehmen zu sektoralen Wettbewerben im Markt abgrenzen und sich damit einen Wettbewerbsvorteil sichern.

  • Die Unternehmen können mit einer erfolgreichen Bewerbung um das Gütezeichen eine hohe regionale und lokale Presseresonanz erreichen (siehe Kapitel "Presseschau" auf dieser Seite).

  • Die Unternehmen liefern durch ihre innovativen und vielfältigen Projektbeispiele (Best Practises) einen wertvollen Beitrag, um die Sichtbarkeit des nachhaltigen Wirtschaftens öffentlicher Unternehmen auf europäischer Ebene zu erhöhen und den EU-Institutionen nahe zu bringen.

Links und Dokumente zur Bewerbung

  • Online-Selbstest: LINK (Webseite) 

  • LEITFADEN zur Einreichung von Belegdokumenten: herunterladen (pdf)

Unternehmen, die bereits 2014 das Label erlangt haben, haben die Möglichkeit, dieses durch eine verkürzte Prozedur zu verlängern (siehe Leitfaden).

Bei der Vorbereitung des Fragebogens wurden die auf dem europäischen CEEP-Projekt Discerno basierenden CEEP-Richtlinien zu CSR (.pdf), der DIN ISO 26000 „Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung von Organisationen“ und der Methodik der Standard Ethics der Agenzia Europea d’Investimenti (AEI) berücksichtigt.

Konditionen und Hinweise

Mitgliedsunternehmen und -organisationen der deutschen Sektion des CEEP (und Mitglieder von bvöd-Mitgliedsverbänden) können zu Sonderkonditionen an der Labelvergabe teilnehmen:

Unternehmens-
größe
CEEP-
Mitglieder
Nicht-
Mitglieder
Label-
Gewinner 2014
klein
(< 250 Angestellte)
2.600 € 3.500 € 1.600 €
mittelgroß
(250 bis 1.000 Ang.)
3.500 € 4.500 € 2.600 €
groß
(> 1.000 Angest.)
5.500 € 6.500 € 4.600 €
  alle Preise ohne USt.

Wir weisen darauf hin, dass der Erhalt des CEEP CSR-Labels nicht garantiert werden kann. Die Entscheidung über die letztendliche Vergabe des Labels tragen die externen Evaluatoren. Diejenigen Unternehmen, die in einem ersten Verfahren das Label nicht erhalten, können an einer zweiten Bewerbungsrunde kostenlos teilnehmen. Die Gültigkeit des Labels beträgt zwei Jahre. Weitere Infos sind auf Anfrage bei der bvöd-Geschäftsstelle zu erhalten:

Nationaler Ansprechpartner CEEP für Deutschland: bvöd-Geschäftsstelle

Der bvöd wird bei diesem Projekt organisatorisch vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU) unterstützt.

Projekt- und Label-Infos von CEEP

  • Vorstellung der ausgezeichneten Unternehmen durch Best Practices:

BEST CSR PRACTICES IN PUBLIC SERVICES 2012 (pdf)

BEST CSR PRACTICES IN PUBLIC SERVICES 2014 (pdf)

Impressionen und Presseschau 2008 - 2014

Presseschau:

Gruppenfoto mit Unternehmenvertretern aus ganz Europa, die das Label 2012 entgegen genommen haben, mit dem MdEP Marc Tarabella (3.v.l.) und dem CEEP-Präsidenten Hans-Joachim Reck (Mitte):Gewinner Unternehmen CEEP-CSR-Label 2012