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17.07.2013

ZögU-Sonderheft widmet sich „Akzeptanz des öffentlichen Ausgabeverhaltens“

Baden-Baden/Berlin, 17.07.2013. Ende Juli erscheint das erste Beiheft der Zeitschrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen (ZögU) im Jahr 2013. Herausgegeben von Prof. Dr. Martin Dietrich und Prof. Dr. Dieter K. Tscheulin widmet es sich der "Akzeptanz des öffentlichen Ausgabeverhaltens".

Dietrich und K. Tscheulin gehen davon aus, dass die allgemeine Akzeptanz der öffentlichen Aufgabenerfüllung und des damit verbundenen Ausgabeverhaltens oftmals stillschweigend vorausgesetzt wird, während im Rahmen der öffentlichen Aufgabenerfüllung in der wissenschaftlichen wie praxisorientierten Diskussion meist Effizienzgesichtspunkte und Kosteneffektivität im Vordergrund stehen.

Bisher sei somit wenig untersucht worden, wie das mit der öffentlichen Aufgabenerfüllung verbundene öffentliche Ausgabeverhalten wahrgenommen und akzeptiert wird, welche Zusammenhänge zwischen dem öffentlichen Ausgabeverhalten und der allgemeinen Akzeptanz der öffentlichen Aufgabenerfüllung bestehen und von welchen Faktoren die Akzeptanz des öffentlichen Ausgabeverhaltens auch unter dem Einsatz privater Beteiligungsinstrumente abhängig ist, so die Herausgeber.

Diese Aspekte stellen aber aus deren Sicht aber "eine wesentliche Voraussetzung für das Vertrauen der Bürger in den öffentlichen Sektor und in die Bewirtschaftung öffentlicher Finanzen dar".

Die in dem Sonderheft versammelten Autoren nähern sich der Thematik aus unterschiedlichen Perspektiven und mit unterschiedlichen Untersuchungsansätzen. Neben theoretisch-formalen Arbeiten werden theoretisch-konzeptionelle, qualitative und quantitative empirische Arbeiten vorgestellt:

Tobias Benz, Christian Hagist und Bernd Raffelhüschen: Zur Akzeptanz der Verbeamtung – eine Barwertbetrachtung

Tobias Benz, Christian Hagist und Bernd Raffelhüschen vergleichen in ihrem Beitrag auf Barwertbasis die Kosten der Verbeamtung mit den Kosten von Angestelltenverhältnissen. Auf Basis ihrer Barwertbetrachtungen argumentieren die Autoren, dass die Offenlegung der Kosten für die Länder, die ihnen aus den Beamtenverhältnissen entstehen, in Form von Rückstellungen die Transparenz der Verbeamtungskosten erhöht. Diese erhöhte Transparenz – so die Schlussfolgerung wäre eine wesentliche Voraussetzung für die gesamtgesellschaftliche Akzeptanz des öffentlichen Ausgabeverhaltens.

Sarah Jamil und K. J. Bernhard Neumärker: A Contribution to the Contractual Analysis of Public-Private Partnerships

Sarah Jamil und K. J. Bernhard Neumärker wenden den theoretischen Ansatz der „Constitutional Economics“ zur Analyse von Public Private Parterships an. Ihr Ziel ist es, zu demonstrieren, wie mit diesem Ansatz aus verfassungs-ökonomischer Sicht optimale Regeln bzw. Verträge abgeleitet werden können, nach denen öffentliche Projekte mit privater Beteiligung so durchgeführt werden, dass der Staat sowohl seinen eigenen Interessen folgt als auch die Interessen der Bürgerschaft wahrt.

Dorothea Greiling: Public Accountability and Citizen Trust: It Takes Two to Tango

Dorothea Greiling widmet sich dem Themengebiet der öffentlichen Rechenschaftspflicht und dem Vertrauen der Bürger in den öffentlichen Sektor. Der Kern der Argumentation lautet dabei, dass der öffentliche Sektor das verlorene Vertrauen der Bürger wieder zurückgewinnen kann, wenn er zeigen kann, dass er effizient und effektiv handelt, insbesondere aber flexibel und aufgeschlossen auf die Bedürfnisse der Bürger eingeht und den Schwerpunkt nicht alleine auf das Aufdecken von Ineffizienzen durch die öffentliche Rechenschaftslegung legt.

Jörg Lindenmeier, Dieter K. Tscheulin, Markus Maus und Silke Schwendemann: Die individuelle Akzeptanz webbasierter und mobiler Medienangebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: Ergebnisse einer empirischen Analyse

Jörg Lindenmeier, Dieter K. Tscheulin, Markus Maus und Silke Schwendemann widmen sich in ihrem Beitrag der Fragestellung, wie die gebührenfinanzierte Einführung von neuen elektronischen Medienangeboten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen akzeptiert wird. Die Autoren legen ihrer experimentellen Untersuchung das Technolgy-Acceptance-Modell (TAM) zu Grunde und wenden dieses auf das Beispiel der Einführung von Smartphone-Apps an. Die Ergebnisse der empirischen Studien deuten darauf hin, dass diese Medienangebote durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der ausgewählten Zielgruppe grundsätzlich akzeptiert werden.

Florian Drevs und Simone Renner: Der Einfluss staatlicher Zuschüsse auf Zahlungsbereitschaften für Erzeugnisse aus multifunktionaler Landwirtschaft

Im Aufsatz von Florian Drevs und Simone Renner wird untersucht, ob staatliche Zuschüsse einen Einfluss auf die Zahlungsbereitschaft für Erzeugnisse aus multifunktionaler Landwirtschaft haben. Die Autoren gehen am Beispiel der Milchwirtschaft konkret der Frage nach, ob durch die inzwischen öffentlich verfügbaren Informationen über die Höhe der europäischen Subventionen für den Agrarsektor die Zahlungsbereitschaft von Konsumenten für Milch aus mfL steigt („crowding in“) oder sinkt („crowding out“) und ziehen in ihrer experimentellen Untersuchung zusätzlich konsumenten-verhaltenswissenschaftliche Konzepte wie ursprüngliche Zahlungsbereitschaften, Altruismus oder Einstellungsaspekte gegenüber multifunktionaler Landwirtschaft als Erklärungsgrößen heran.

Martin Dietrich and Dieter K. Tscheulin: It’s the Funding, not the Art(ist) – How Public Spending Affects the Acceptance of Public Art

Martin Dietrich und Dieter K. Tscheulin gehen in ihrem Beitrag der Frage nach, wie die Art der Finanzierung die Akzeptanz öffentlicher Kunst beeinflusst. Ausgehend von drei unterschiedlichen Finanzierungs-Modalitäten – öffentliche Kunst finanziert durch rein öffentliche Mittel, durch per Volksentscheid bestimmte Verwendung öffentlicher Mittel und durch einen privaten Sponsor – untersuchen die Autoren experimentell die Stärke des Einflusses dieser Finanzierungsformen auf die dauerhafte Ausstellung einer Plastik im öffentlichen Raum und vergleichen den Einfluss der Finanzierung mit dem Einfluss, den die Reputation des Künstlers auf die Akzeptanz der Skulptur hat.

Julia Thaler, Katharina Spraul und Bernd Helmig: Aufgabenkritik freiwilliger kommunaler Aufgaben: Zur Entstehung von Akzeptanz für Öffentlich-Private Partnerschaften

In ihrem Beitrag zur Aufgabenkritik freiwilliger kommunaler Aufgaben beleuchten Julia Thaler, Katharina Spraul und Bernd Helmig die Entstehung von Akzeptanz für öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP). Üblicherweise werden solche öffentlich-privaten Partnerschaften unter dem Gesichtspunkt der kostengünstigen bzw. effizienten Bereitstellung öffentlicher Güter befürwortet– die öffentliche Akzeptanz dieser Bereitstellungsform wird dabei meistens stillschweigend unterstellt. Die Autoren wenden sich dieser bisher wenig in Frage gestellten Annahme explizit zu.

David Barrows, Olivia Dalton-Jez and Simone Harvey-Rioux: Public Private Partnerships in the Canadian Health CareSystem: A Case Study

David Barrows, Olivia Dalton-Jez und Simone Harvey-Rioux gewähren einen Blick über die Grenzen Deutschlands hinaus und berichten in ihrem Aufsatz darüber, wie eine private Beteiligung im Rahmen eines Public Private Partership (PPP)-Projekts als eine spezielle Form der Finanzierung- und Realisierungsmöglichkeit öffentlicher Aufgaben in der Gesundheitsversorgung in Kanada wahrgenommen wird.

Bestelldaten:

Akzeptanz des öffentlichen Ausgabeverhaltens
ZögU Beiheft
Herausgegeben von Prof. Dr. Martin Dietrich und Prof. Dr. Dieter K. Tscheulin
2013, 147 S., brosch.

ca. 39,– €, (Vorzugspreis für Bezieher der Zeitschrift ca. 35,– €), ISBN 978-3-8487-0560-3

Mitgliedsunternehmen, -verbände und persönliche Mitglieder des bvöd erhalten das Sonderheft als Bezieher der ZögU-Hefte zum Vorzugspreis.

Hintergrund ZögU:

Die ZögU ist eine disziplinübergreifende wissenschaftliche Fachzeitschrift auf dem Gebiet der öffentlichen Wirtschaft und des Nonprofit-Bereichs. Sie versteht sich als Informations-, Kommunikations- und Dokumentationsschrift und ist zugleich Organ des bvöd. Die Herausgeber sind Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirates des bvöd. Pro Jahr erscheinen vier Hefte und zwei Beihefte.  

Die ZögU bietet umfassende Informationen über das Gebiet der öffentlichen und gemeinwirtschaftlichen Unternehmen und stellt ein Forum für Praktiker und Wissenschaftler da. Ihr Anspruch ist es, relevante Themen für Wissenschaft und Praxis miteinander zu verknüpfen.

Die Zeitschrift widmet sich Unternehmen des Bundes, der Länder und der Gemeinden, gemischtwirtschaftlichen Unternehmen, Unternehmen der Gewerkschaften, Kammern, Kirchen, Parteien, Stiftungen und Verbände, öffentlich gebundenen Unternehmen, genossenschaftlichen Unternehmen und insbesondere auch Unternehmen der Freien Wohlfahrtspflege. Die Zeitschrift bietet ein Forum, das für Wirtschafts-, Politik-, Sozial- und Rechtswissenschaftler gleichermaßen interessant ist.

Alle ZögU-Hefte und Beihefte sind über den Nomos-Shop erhältlich.

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