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21.11.2014

CEEP fordert effektive und effiziente Investitionen in Bildungssektor

Brüssel, 21.11.2014. Am 12. Dezember 2014 werden die Bildungsminister der EU-Mitgliedsländer auf ihrem Treffen im Rahmen der Halbzeitüberprüfung der „Europa 2020“-Strategie die wirtschaftlichen Notwendigkeiten für Bildung und Ausbildung diskutieren.

„Europa 2020“ war als gesamtwirtschaftliche Strategie und Antwort auf die Wirtschaftskrise in der Europäischen Union entwickelt worden.

In dieser Strategie spielt der Bereich der Bildung eine Schlüsselrolle und wurde mit folgenden Kernzielen in den Leitlinien für beschäftigungspolitische Maßnahmen der Mitgliedstaaten verankert: Reduzierung der Schulabbruchquote auf 10 Prozent bis zum Jahr 2020 und die gleichzeitige Erhöhung des Anteils der 30- bis 34-Jährigen mit Hochschulabschluss oder gleichwertigem Bildungsabschluss auf mindestens 40 Prozent.

Die Europa 2020-Strategie bestätigt damit das Grundprinzip, dass die Ausbildungsqualität und die Entwicklung von Fähigkeiten Voraussetzung für Innovation, nachhaltiges Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und hohe Produktivität sind.

Jedoch sind in den Jahren 2011 und 2012 Kürzungen im Bildungsbereich in 20 EU-Ländern oder Regionen zu verzeichnen. Griechenland, Italien, Zypern, Lettland, Litauen, Ungarn, Portugal, Rumänien, das Vereinigte Königreich (Wales) und Kroatien weisen Kürzungen in Höhe von 5 Prozent aus.

Aus Sicht von CEEP beweist dies, dass nach wie vor Ausgaben für Bildung nicht als Investition angesehen werden. Investitionen sind jedoch notwendig, um die Qualität der Ausbildung sicherzustellen.

CEEP stellt daher einen Paradigmenwechsel zur Diskussion:

Der effiziente und effektive Einsatz von Ressourcen ist ein wichtiges Thema in der Politik, auch im Bereich der Bildung und Ausbildung. Private wie öffentliche Mittel können zusammen einen Beitrag zur Erreichung der Bildungsziele leisten.

CEEP plädiert daher dafür, dass die EU-Mitgliedsstaaten häufiger und sorgfältiger Kosten-Nutzen-Analysen durchführen sollten, um zu überprüfen, ob die öffentlichen und privaten Ressourcen für entscheidende Probleme und gesellschaftliche Bedürfnisse bestmöglich eingesetzt werden.

Es gibt aus Sicht von CEEP einige konkrete Möglichkeiten, die Effizienz der Investitionen in Bildung zu erhöhen:

  • CEEP plädiert für die Entwicklung internationaler Qualitätsstandards für die Durchführung von Kosten-Nutzen-Analysen. 

  • Im Rahmen der Strategie Europa 2020 und der Trimesterberichte sollte eine jährliche Empfehlung an die Mitgliedstaaten ergehen, eine Kosten-Nutzen-Analyse bei der Prüfung neuer Bildungsprogramme und -maßnahmen durchzuführen.

Quelle: CEEP-Meldung in CEEP NEWS#20 Oct 2014: "Effective and efficient investment in education"