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17.06.2013

EU-Kommission schlägt Benchmarking für öffentliche Arbeitsverwaltungen vor

Brüssel, 17.06.2013. EU-Kommissar László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, stellte heute Pläne der EU-Kommissionvor, um die Leistungsfähigkeit der öffentlichen Arbeitsvermittlungen in Europa zu verbessern.

Der Vorschlag für einen Beschluss über die verstärkte Zusammenarbeit zwischen den öffentlichen Arbeitsverwaltungen (ÖAV) sieht die Schaffung einer Plattform vor,  

  • um die Leistung der öffentlichen Arbeitsverwaltungen anhand relevanter Benchmarks zu vergleichen, 

  • um bewährte Verfahren zu ermitteln und

  • das wechselseitige Lernen zu fördern.

 „Um die hohe Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, müssen Effizienz und Wirksamkeit der öffentlichen Arbeitsverwaltungen, die in der aktiven Arbeitsmarktpolitik eine zentrale Rolle spielen, verbessert werden“, sagte Andor. „Dieser Vorschlag wird den öffentlichen Arbeitsverwaltungen helfen, diese wichtige Aufgabe zu erfüllen, und eine stärker europäisch ausgerichtete Koordinierung der Beschäftigungspolitik fördern.“

Darüber hinaus soll das Netzwerk die praktische Umsetzung „beschäftigungspolitischer Maßnahmen“ durch die Mitgliedstaaten unterstützen. Ein gutes Beispiel sei die Umsetzung der vom Rat „Beschäftigung und Soziales“ beschlossenen Jugendgarantie.

Das Netzwerk soll nach Wunsch der EU-Kommission die Mitgliedstaaten zudem bei der Umsetzung der vom Rat im Rahmen des Europäischen Semesters ausgesprochenen länderspezifischen Empfehlungen   zu den öffentlichen Arbeitsverwaltungen unterstützen.

Gut funktionierende öffentliche Arbeitsverwaltungen seien die Voraussetzung dafür, dass die Mitgliedstaaten beschäftigungspolitische Initiativen wie die Jugendgarantie  in die Praxis umsetzen könnten. Gerade die öffentlichen Arbeitsverwaltungen seien „der richtige Ort, um einzelne Arbeitssuchende über Ausbildungschancen, Lehrstellen, Praktika und Weiterbildungsmöglichkeiten zu beraten, und zwar angepasst an ihre persönliche Situation und an Anforderungen von Arbeitgebern“, so Andor.

Trotz Rekordarbeitslosigkeit gebe es laut EU-Kommission 1,7 Millionen freie Stellen in der EU.

Der Beschlussvorschlag geht nun zur Verabschiedung an den EU-Ministerrat und das Europäische Parlament und soll ab 2014 umgesetzt werden. Nach Verabschiedung des Beschlussvorschlags würde jeder Mitgliedstaat zwei hochrangige Vertreter/innen seiner öffentlichen Arbeitsverwaltung als Mitglied bzw. stellvertretendes Mitglied in das Gremium des Netzwerks der öffentlichen Arbeitsverwaltungen entsenden. Die EU-Kommission würde ebenfalls ein Mitglied und ein stellvertretendes Mitglied für das Gremium ernennen.

Quellen: Pressemeldung IP/13/544 vom 17/06/2013 und EU-Kom-Infoseite „Beschäftigung: Kommission will Effizienz der öffentlichen Arbeitsverwaltungen verbessern und so arbeitslosen Menschen helfen