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27.06.2014

EU-Kommission veröffentlicht neue Normung zur Messung des sozialen Nutzens

Brüssel, 28.06.2014. Die Europäische Kommission hat kürzlich eine neue Norm veröffentlicht, die es sozialwirtschaftlichen Unternehmen ermöglichen soll, ihren sozialen Nutzen besser zu messen und darzustellen. 

Mithilfe der Normung, die in einem Bericht über die Messung des sozialen Nutzens dargestellt ist, sollen sozialwirtschaftliche Unternehmen bei ihren sozialen Investitionen unterstützt werden, indem sie leichteren Zugang zu Fördermitteln wie dem Europäischen Fonds für soziales Unternehmertum (EuSEF) und dem Programm für Beschäftigung und soziale Innovation (EaSI) erhalten.

Gemäß dem EaSI-Programm erhalten sozialwirtschaftliche Unternehmen nur dann Unterstützung, wenn sie ein echtes Interesse nachweisen, messbare positive soziale und gesellschaftliche Wirkungen zu erzielen. Sozialunternehmen, die Fördermittel aus dem neuen Europäischen Fonds für soziales Unternehmertum (EuSEF) beantragen, müssen ebenfalls eine Abschätzung der sozialen Folgen ihrer Tätigkeit vorlegen.

Die EU-Kommission schlägt in ihrem Bericht eine Norm vor, die die Messung der sozialen Auswirkungen in fünf Phasen vorsieht und flexibel an die Bedürfnisse der sehr unterschiedlichen sozialwirtschaftlichen Unternehmen angepasst werden kann.

Ziel ist, dass die Norm dazu beiträgt, dass die derzeitige Verdoppelung der Kosten infolge unterschiedlicher Ansätze künftig vermieden wird, und dass bewährte Verfahren in dem sich rasch wandelnden Bereich der Abschätzung sozialer Folgen gefördert werden, so die EU-Kommission.

Laut des für Beschäftigung, Soziales und Integration zuständigen EU-Kommissars László Andor unterstützt die Normung eine G7-Taskforce, welche für sozialwirtschaftlich engagierte Investoren weltweit allgemeine Leitlinien zur Folgenabschätzung festlegen soll.


Hintergrund

Der Europäische Fonds für soziales Unternehmertum (EuSEF) wurde auf Initiative der Kommission eingerichtet. Unternehmen, die Mittel aus diesem Fonds in Anspruch nehmen möchten, müssen mindestens 70 Prozent ihres Kapitals in Sozialunternehmen investieren. Die Investoren wissen, dass beim EuSEF der Großteil ihrer Investition in Sozialunternehmen fließt, die sich (ähnlich wie beim EaSI) dadurch auszeichnen, dass sie sich um messbaren, positiven sozialen Nutzen bemühen.

In der Binnenmarktakte II hatte die Kommission eine Methodik angekündigt, mit welcher der sozioökonomische Nutzen von Sozialunternehmen gemessen werden kann.

Der Bericht und seine Zusammenfassung werden in Kürze auch auf Deutsch auf der Website der GD Beschäftigung erhältlich sein.

Quelle: PM IP/14/696 der EU-Kommission vom 20.06.2014: "Soziales Unternehmertum: neue Norm zur Messung des sozialen Nutzens"