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14.05.2012

EU-Kommission stellt Pläne für Europäische Innovationspartnerschaft für Wasser vor

Brüssel, 14.05.2012. Die Europäische Kommission hat heute in einer Mitteilung die Einrichtung einer Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) für Wasser bis 2013 vorgeschlagen, die grenz- und sektorübergreifend die Wasserwirtschaft und Kommunalverwaltungen, aber auch Forschungseinrichtungen, wassernutzende Industrien und den Finanzsektor zusammenbringen soll.

Hierzu erklärte EU-Umweltkommissar Janez Potočnik: „Die Europäische Innovationspartnerschaft für Wasser wird dazu beitragen, dass wir auch künftig allen eine sichere, ausreichende und bezahlbare Wasserversorgung bieten können, indem die Entwicklung innovativer Lösungen für wasserbezogene Probleme unterstützt und gleichzeitig das Ziel verfolgt wird, dass Europa weltweit eine führende Stellung in den Wassertechnologien und -dienstleistungen einnimmt."

Mit den wichtigsten Interessenträgern soll ein strategischer Durchführungsplan erarbeitet werden, um die Schwerpunktbereiche der Maßnahmen festzulegen, wie EU-Kommission ausführt. Maßnahmen und Ergebnisse bereits bestehender EU-, nationaler und regionaler Maßnahmen sollen innerhalb der EIP abgestimmt werden.

Die EIP soll „insbesondere zum Ziel haben, Innovationshemmnisse zu beseitigen und bei Innovationen im Wasserbereich eine Verbindung zwischen der Angebots- und der Nachfrageseite herzustellen“. Die Maßnahmen der EIP für Wasser werden sich an den Problemen in den Bereichen Wasserbewirtschaftung in den Städten, im ländlichen Raum und in der Industrie ausrichten und außerdem Querschnittsthemen aufgreifen, wie die EU-Kommission heute erläuterte.

Konkret soll dies durch folgende Maßnahmen erfolgen:

  • Schaffung von Innovationsstandorten, um Innovationshemmnisse zu identifizieren und konkrete Maßnahmen, Aktionen, Prototypen und Lösungen für bestimmte Wasserprobleme zu entwickeln, zu erproben und zu demonstrieren,

  • Verbreitung von Neuerungen und innovativen Lösungen,

  • Beseitigung von Innovationshemmnissen im Wasserbereich wie z. B. regulatorischen, finanziellen, normativen, technischen oder sozialen Hemmnissen, die die erfolgreiche Markeinführung von Innovationen behindern, und

  • Entwicklung und Errichtung eines „Marktplatzes“ für Innovationen im Wasserbereich zur Förderung des Austauschs zwischen Problemträgern und Lösungsanbietern unabhängig vom geografischen Standort.

Der Rat und das Europäische Parlament müssen dem Vorschlag noch zustimmen. Sollte dies erfolgen, möchte EU-Kommissar Potočnik eine „hochrangige Lenkungsgruppe“ noch vor Sommerbeginn zu einer ersten Sitzung einladen. Die Lenkungsgruppe bestellt eine Task Force, die einen strategischen Durchführungsplan ausarbeitet. Dieser Plan soll im Dezember 2012 von der hochrangigen Lenkungsgruppe angenommen werden und Anfang 2013 anwendbar sein, so die Pläne der EU-Kommission.


Hintergrund

Die EIP für Wasser knüpft an die Leitinitiative Teil der Strategie Europa 2020 Ressourcenschonendes Europa an, mit der auf die Bedeutung der nachhaltigen Wasserbewirtschaftung hingewiesen wird. Diese baut auf dem Aktionsplan für Öko-Innovationen auf, der die Förderung von Innovationen zur Verringerung der Umweltbelastung und zur Überbrückung der Kluft zwischen Innovation und Markt zum Gegenstand hat. Innovation ist auch ein wichtiges Mittel zur Unterstützung der strategischen Optionen, die im Rahmen des für November 2012 geplanten Konzepts zum Schutz der europäischen Gewässer, der Reaktion der EU auf die anhaltende Gefährdung der Gewässer, erarbeitet werden sollen.

Mitteilung der Kommission über die Europäische Innovationspartnerschaft für Wasser: http://ec.europa.eu/environment/water/innovationpartnership/pdf/com_2012_216.pdf

Weitere Hintergrundinformationen zur EIP für Wasser (nur in englischer Sprache unter: http://ec.europa.eu/environment/water/innovationpartnership/index_en.htm

Quelle: Pressemitteilung der EU-Kommission: "Umwelt: Kommission plant Innovationspartnerschaft zur Lösung von Wasserproblemen", Reference:  IP/12/470