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08.05.2013

CEEP zum Vorschlag für eine Richtlinie zur Offenlegung nicht-finanzieller, sozialer und ökologischer Informationen: Der richtige Weg zur Förderung von CSR-Berichterstattung?

Brüssel, 08.05.2013. Kürzlich hatte die EU-Kommission einen Vorschlag zur Änderung der Rechnungslegungsrichtlinien vorgelegt, der darauf abzielt, die Transparenz von Unternehmen aller Sektoren in sozialen und ökologischen Belangen zu erhöhen. Die vorgeschlagene Richtlinie zur „Offenlegung nicht-finanzieller Informationen von Unternehmen und Gruppen“ (englisch: „Disclosure of non-financial and diversity information by certain large companies and groups“) ist am 16. April 2013 von der EU-Kommission vorgelegt worden. Zur Meldung „EU-Kommission plant mehr Unternehmenstransparenz in Sozial- und Umweltbelangen

CEEP stellt aber infrage, dass dies der richtige Weg zur Förderung der CSR-Berichterstattung von Unternehmen in Europa ist.

CEEP befindet sich momentan in den Vorbereitungen für die nächste Ausgabe des CEEP-CSR-Label-Projektes, welches bereits seit 2008 die Vorteile und den Mehrwert freiwilliger CSR-Berichterstattung in öffentlichen Unternehmen hervorhebt.

Der Vorschlag der EU-Kommission wurde zunächst im zuständigen CSR-Koordinationsauschuss präsentiert, wobei CEEP mit weiteren Partnern erfolgreich darauf hinwirkte, dem Text die Schärfe zu nehmen und die Zahl der verpflichtenden Elemente für die Berichterstattung zu reduzieren.

Die Richtlinie ergänzt die Bilanzierungs-Richtlinien (Vierte und Siebte Rechnungslegungs-Richtlinien über den Jahresabschluss und den konsolidierten Abschluss, 78/660/EWG und 83/349/EWG). Ziel ist es, die Transparenz und die Verfolgung ökologischer und sozialer Aspekte von Unternehmen in der EU zu erhöhen, und damit einen wirksamen Beitrag zu langfristigem wirtschaftlichen Wachstum und Beschäftigung zu leisten.

Die Art der Präsentation wird von der EU-Kommission nicht vorgeschrieben, jedoch heißt es:

„Der Jahresbericht sollte ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermitteln, das den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und der Lage des Konzerns so darstellt, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird und dass die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschreibt.“

Gemäß der Richtlinie betrifft dies alle Unternehmen mit durchschnittlich mehr als 500 Angestellten im jeweiligen Geschäftsjahr sowie solche, die zum Bilanzstichtag die Bilanzsumme von 20 Millionen Euro oder einen Nettoumsatzerlös von 40 Millionen Euro übersteigen.

Solche Unternehmen müssen Informationen über Strategien, Risiken und Ergebnisse in Bezug auf Umweltbelange, soziale und Mitarbeiter-bezogene Aspekte, die Achtung der Menschenrechte, Anti-Korruption und Fragen im Zusammenhang mit Bestechlichkeit und Vielfalt in den Aufsichtsräten offenlegen.

Obwohl in dem Vorschlag die Schwellenwerte zur vorgeschriebenen Berichterstattung erhöht und einige Bedingungen weniger streng formuliert wurden, als ursprünglich vorgesehen, wird der vorliegende, legalisierte Ansatz von CEEP grundsätzlich kritisiert. Nach Meinung des Verbands können sich die Änderungen kontraproduktiv auf die bisherigen, freiwilligen Berichterstattungspraktiken auswirken.