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19.04.2013

EU-Kommission stellt EU-Strategie zur Anpassung an den Klimawandel vor

Brüssel, 19.04.2013. Nachdem die EU-Kommission bereits im Jahr 2007 ein Grünbuch zur Anpassung an den Klimawandel vorgelegt hatte, wurde nun diese Woche eine EU-Strategie zur Anpassung den anderen EU-Organen präsentiert. Diese enthält Rahmenbedingungen und Mechanismen, welche die "Vorsorge der EU für aktuelle und künftige Auswirkungen des Klimawandels auf ein neues Niveau heben" sollen.

Im Mittelpunkt der Strategie stehen kostengünstige Anpassungsoptionen, die Wirtschaft und Klima zugutekommen sollen.

Die Strategie soll das Wirtschaftswachstum fördern, klimaresiliente Investitionen fördern und neue Arbeitsplätze schaffen, namentlich in den Sektoren Bauwesen, Wasserwirtschaft, Versicherung, Agrartechnologie und Ökosystemmanagement.

Die Strategie stellt dabei drei Hauptziele in den Mittelpunkt

  • Förderung von Maßnahmen der Mitgliedstaaten: Die EU-Kommission will alle Mitgliedstaaten dazu bewegen, umfassende Anpassungsstrategien anzunehmen und ihnen Finanzmittel zur Verfügung stellen, um ihnen zu helfen, Anpassungskapazitäten aufzubauen und Maßnahmen zu treffen. Derzeit haben 15 Mitgliedstaaten eine Anpassungsstrategie aufgestellt. Darüber hinaus wird sie die Anpassung von Städten unterstützen, indem sie freiwillige Selbstverpflichtungen auf der Grundlage der Initiative „Konvent der Bürgermeister“ einleitet.

  •  „Klimasicherung“ auf EU-Ebene: Durch die weitere Förderung von Anpassungsmaßnahmen in besonders gefährdeten Schlüsselsektoren wie Landwirtschaft, Fischerei und Kohäsionspolitik soll die Klimaresilienz der europäischen Infrastruktur gestärkt und dafür gesorgt werden, dass mehr Versicherungen für den Fall natürlicher oder vom Menschen verursachter Katastrophen abgeschlossen werden. 

  • Besser fundierte Entscheidungsfindung: Hierzu sollen das Schließen von Wissenslücken in Bezug auf die Anpassung und der weitere Ausbau der europäischen Plattform für Klimaanpassung (Climate-ADAPT) zu einer zentralen Anlaufstelle für Informationen über Anpassung in Europa beitragen.

Nach Schätzungen der künftigen Kosten und des künftigen Nutzens durch die EU-Kommission zufolge könnte jeder in den Hochwasserschutz investierte Euro Schadenskosten von sechs Euro vermeiden.

Von 1980 bis 2011 haben Hochwasser mehr als 2500 Menschen das Leben gekostet, mehr als 5,5 Millionen Menschen geschädigt und direkte wirtschaftliche Verluste von über 90 Mrd. EUR verursacht. Die Mindestkosten einer unterlassenen Anpassung an den Klimawandel werden für die EU als Ganzes werden von der Eu-Kommission mit 100 Mrd. EUR im Jahr 2020 bis 250 Mrd. EUR im Jahr 2050 beziffert.

Zusammen mit der Strategie hat die EU-Kommission gleichzeitig ein Grünbuch über Versicherungen für den Fall natürlicher und vom Menschen verursachter Katastrophen angenommen, auf welches eine öffentliche Konsultation folgen wird. In ihm werden Fragen zur Angemessenheit und Verfügbarkeit von geeigneten Katastrophenversicherungen gestellt. Dadurch soll für diese Problematik sensibilisiert und beurteilt werden, ob Maßnahmen auf EU-Ebene zur Verbesserung des Katastrophenversicherungsmarkts in der Europäischen Union sinnvoll oder gerechtfertigt sind.

Die nächsten Schritte

Die Mitteilung über die Anpassungsstrategie ist an die anderen EU-Organe gerichtet, die darauf reagieren müssen. Die Kommission wird am 29. April in Brüssel für Interessenvertreter eine Konferenz über die Strategie veranstalten. Ziel ist es mit Stakeholdern Kosten-Nutzen-Gleichgewichte zur Anpassung an den Klimawandel sowohl für den öffentlichen als auch den privaten Sektor zu ermitteln.

Die Konsultation zum Grünbuch läuft bis zum 30. Juni 2013. Sobald die Kommission die eingegangenen Beiträge gesichtet hat, entscheidet sie über die geeignetsten Folgemaßnahmen, die sie in unterschiedlicher – legislativer oder nicht-legislativer – Form treffen kann.

Das sektorübergreifende CEEP-Sustainability Board wird sich der Thematik unter dem Stichwort „Klimawandel“ annehmen und in diesem Zusammenhang auch auf das Grünbuch „Ein Rahmen für die Klima- und Energiepolitik bis 2030“ und die konsultative Mitteilung „Das internationale Klimaschutzübereinkommen von 2015: Gestaltung der Weltklimapolitik für die Zeit nach 2020“ vom 26.3.2013 eingehen.

Quelle: PM IP/13/329 vom 16.04.13: "Stärkung der Vorsorge für natürliche und vom Menschen verursachte Katastrophen in der EU"