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30.04.2014

EU-Kommission und ILO vereinbaren verstärkte Zusammenarbeit bei Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

Strategischer Rahmen für Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz für Zeitraum 2014-2020 wird erwartet

Brüssel, 30.04.2014. László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, und Guy Ryder, ILO-Generaldirektor, haben sich Anfang dieser Woche auf eine verstärkte Zusammenarbeit bei Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz geeinigt.

Die Vereinbarung wurde im Rahmen der Konferenz über Arbeitsbedingungen getroffen, welche die Europäische Kommission am 28.04.14 in Brüssel organisiert hatte.

Die Europäische Kommission und die Internationale Arbeitsorganisation (englisch: International Labour Organisation, kurz ILO) gaben an, folgende gemeinsamen Interessen bei einer Zusammenarbeit zu teilen:

  • Die gegenseitige Unterstützung insbesondere in Bezug auf die Zusammenarbeit bei der Förderung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz in den Schwellenländern, die Umsetzung der Agenda für menschenwürdige Arbeit und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den globalen Lieferketten;

  • Verfolgung einer präventiven Politik in Bezug auf Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Erkrankungen, insbesondere durch Bekämpfung neuer und aufkommender Risiken in Bezug auf die körperliche und geistige Gesundheit, die mit neuen Technologien und neuen Formen der Arbeitsorganisation einhergehen. Es herrscht Einigkeit, Möglichkeiten zur Verbesserung der Zusammenarbeit bei der Vorbeugung und bei der Datenerhebung über berufliche und arbeitsbedingte Erkrankungen auszuloten.

  • Die Anerkennung der entscheidenden Rolle der Arbeitsaufsicht bei der Prävention, Beratung und Durchsetzung auf Unternehmensebene und die komplementäre Rolle privater Konformitätsinitiativen für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen. EU-Kommission und ILO sehen die Notwendigkeit einer Stärkung der Kapazitäten der Arbeitsaufsicht und der Durchsetzungsbehörden und die Rolle technischer Hilfe und einer Unterstützung beim Kapazitätsaufbau im Hinblick auf dieses Ziel.

  • Beide sehen die Notwendigkeit, die paritätische Kultur zu Fragen von Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz auf allen Ebenen zu stärken und die aktive Beteiligung von RegierungenArbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen an der Entwicklung von Strategien und Programmen im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu fördern.

  • Trotz dieser Vereinbarung zur verstärkten Zusammenarbeit zwischen EU-Kommission und ILO lässt der neue strategische Rahmen für Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz für den Zeitraum 2014-2020 weiter auf sich warten. Dieser sollte ursprünglich Anfang April 2014 vorgestellt werden. Die letzte Strategie (Strategy for Health and Safety at Work 2007-2012) lief bereits 2012 aus. Bis jetzt hat die Kommission zwei Strategien zu Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz verabschiedet (2002-2006 und 2007-2012).

    Seitdem hat die Europäische Kommission lediglich eine öffentliche Konsultation eingeholt, bei der Interessengruppen zu einer Liste von Zielen und Maßnahmen befragt wurden, darunter der Europäische Verband der öffentlichen Unternehmen und Arbeitgeber CEEP. Das EU-Parlament rief bereits zweimal zur Erneuerung des Fahrplans auf.

    Nach jetzigem Stand auf Grundlage eines Mitteilungsentwurfs zum strategischen Rahmen 2014-2020 wird der Rahmen drei Prioritäten vorsehen:

  • Bessere Umsetzung von Gesundheitsschutz- und Sicherheitsmaßnahmen bei Klein- und Kleinstunternehmungen

  • Prävention bei Krankheiten die in Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz stehen

  • Berücksichtigung des demographischen Wandels


Hintergrund:

Die EU setzt auf ein umfassendes Paket von Strategien und Rechtsvorschriften zur Förderung besserer Arbeitsbedingungen in der EU, einschließlich Mindeststandards für Arbeitsrecht und Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Im letzten Jahr hat die Europäische Kommission Qualitätsrahmen zu Umstrukturierungen (IP/13/1246) und Praktika (IP/13/1200) vorgeschlagen. Den Qualitätsrahmen für Praktika nahm der EU-Ministerrat im März 2014 an (IP/14/236).

Am 7. April 2014 startete die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) die Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze – den Stress managen“, mit der das Bewusstsein für die psychischen, physischen und sozialen Risiken von Stress bei der Arbeit geschärft werden soll (siehe IP/14/386).

Weitere Informationen

ILO – Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz

Konferenz über Arbeitsbedingungen, Brüssel, 28. April 2014

Nachhaltigkeitspakt für Bangladesch

Quelle: http://europa.eu/rapid/press-release_IP-14-479_de.htm