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22.03.2013

Ergebnisse der ersten europaweiten CEEP-Umfrage zur wirtschaftlichen und rechtlichen Lage öffentlicher Unternehmen

Auswertung der Umfrage "Pulse of Public Services" vom März 2013

Brüssel, 22.03.2013. CEEP hat im Februar und März 2013 erstmalig die Umfrage "Pulse of Public Services" unter öffentlichen Unternehmen und Erbringern öffentlicher Dienstleistungen durchgeführt.

Insgesamt haben sich 210 Unternehmen aus ganz Europa beteiligt. Die Ergebnisse der Umfrage bieten eine erste interessante Momentaufnahme der derzeitigen wirtschaftlichen Lage von Unternehmen im Bereich der öffentlichen Dienstleistungen.

Die Umfrage wird zukünftig zweimal pro Jahr durchgeführt und soll als Barometer für die Entwicklung und den Ausblick im Bereich der öffentlichen Dienstleistungen dienen.

Ziel der Umfrage ist es, regelmäßig die aktuelle Einschätzung der Unternehmensverantwortlichen zur derzeitigen und zukünftigen Lage ihrer Unternehmen und zur Wirtschaft einzuholen.

Zentrale Fragen innerhalb der Umfrage konzentrieren sich auf daher auf die Bereiche Investitionen und Beschäftigung und welche „Wachstumsbremsen“ in der Wirtschaft anzutreffen sind.

Auswertung:

Die Teilnehmer der ersten Umfrage kommen vorwiegend aus den Unternehmen der Netzwerk-Branchen, wie dem regionalen und lokalen öffentlichen Verkehr, der Energieerzeugung und dem Abfall- und Abwassermanagement, und machen 59% der Befragten aus, gefolgt von Dienstleistern im Gesundheits- und Sozialwesen, in der öffentlichen Verwaltung und weiteren Erbringern.

Die 5 Kernaussagen der Umfrage sind:

  • Wirtschaftlicher Ausblick: öffentliche Dienstleister verzeichnen leichte Erholung

  • Beschäftigung im Bereich der öffentlichen Dienstleistungen: Arbeitgeber im Bereich öffentlicher Dienstleistungen haben stabilisierende Funktion

  • Entwicklungen im Beschäftigungsbereich: zukünftige Entwicklungen reflektieren vorangegangene Trends – Herausforderungen für Staaten in der Rezession

  • Größte Befürchtungen von Arbeitgebern im Bereich öffentlicher Dienstleistungen: Haushaltskürzungen, Zielvorgaben für Effizienzgewinne und verminderte Investitionsmöglichkeiten

  • Größte Hindernisse bei Investitionen: Budgetgrenzen und fehlendes Kapital innerhalb der Organisation

1.      Wirtschaftlicher Ausblick: öffentliche Dienstleister verzeichnen leichte Erholung

Gefragt nach der Einschätzung der derzeitigen ökonomischen Lage, in welchem das eigene Unternehmen sich befindet, geben 27% der befragten öffentlichen Dienstleister auf einer Skala von -4 bis 4 an, sich in einer leicht negativen wirtschaftlichen Situation (-1) zu befinden. Ca. 20% der Befragten schätzen die eigene wirtschaftliche Lage als neutral (0) ein.

Gefragt nach den Erwartungen für die kommenden 12 Monate, zeigt etwa ein Viertel der Befragten ein neutrales (0) Antwortverhalten. Insgesamt formulieren 70% der Befragten für die nächsten 12 Monate neutrale oder positive Erwartungen. Unter diesen geben 37% an, positive Erwartungen zu haben. 46% äußern, eingeschränkt positive Erwartungen zu haben.

Das Thema Beschäftigung folgt einem ähnlichen Muster. Insgesamt geben 75% an, die Zahl der Arbeitsplätze im Unternehmen beibehalten oder sogar erhöht zu haben. Mit Blick auf die Entwicklung der Anzahl der Arbeitsplätze in den kommenden 12 Monaten geben 80% der Befragten an, die Arbeitsplatzzahl im Unternehmen stabil zu halten oder sogar erhöhen zu wollen.

2.      Entwicklungen im Beschäftigungsbereich: zukünftige Entwicklungen reflektieren vorangegangene Trends – Herausforderungen für Staaten in der Rezession

Die Beurteilung der individuellen Antworten in Bezug auf öffentliche Dienstleistungen über die letzten 12 und die kommenden 12 Monate, lässt ein klares Muster der Unternehmen erkennen: ca. 80% der Unternehmen, die angeben, dass Beschäftigungszahlen innerhalb des eigenen Unternehmens über die letzten 12 Monate konstant geblieben seien, geben die gleiche Antwort für die nächsten 12 Monate.

Ähnlich verhält es sich mit den Unternehmen, die einen Zuwachs an Beschäftigung für die letzten 12 Monate notierten: mehr als 65% der Unternehmen, welche die Zahl an Arbeitsplätzen im letzten Jahr erhöht hatten, geben an, auch in den kommenden 12 Monaten weitere Arbeitsplätze schaffen zu wollen. Dem stehen 60% derjenigen Unternehmen gegenüber, welche einen Abbau an Stellen für die letzten 12 Monate verzeichneten und einen gleichbleibenden Trend in diesem Bereich auch für das kommende Jahr für das eigene Unternehmen erwarten. Demgegenüber ist positiv zu verzeichnen, dass 35% derjenigen Unternehmen, die im letzten Jahr Stellen abbauten, eine Stabilisierung der Zahl der Arbeitsplätze im Unternehmen für das nächste Jahr erwarten.

3.      Größte Befürchtungen von Arbeitgebern im Bereich der öffentlichen Dienstleistungen: Haushaltskürzungen, Zielvorgaben für Effizienzgewinne und verminderte Investitionsmöglichkeiten

Auf die Frage nach den drei größten Herausforderungen, welche auf die Unternehmen in den nächsten 12 Monaten zukommen werden, gibt die Mehrheit der Befragten als größte Sorge Kürzungen im Budget an.

Als zweitgrößte Herausforderung werden von circa einem Viertel der Befragten Zielvorgaben zur Steigerung von Effizienzgewinnen identifiziert.

An dritter Stelle werden Gesetzgebungsvorhaben, welche negativen Einfluss auf das Unternehmen ausüben und eine Verringerung der finanziellen Kapazitäten des Unternehmens von allen Befragten genannt.

Zusammengenommen identifizieren über 50% der Befragten entweder Kürzungen im Budget, forcierte Steigerungen bei Effizienzgewinnen oder eine das Unternehmen negativ beeinflussende Gesetzgebung als eine der drei größten Herausforderungen, mit welchem das Unternehmen in den kommenden 12 Monaten rechnen muss.

Wenig überraschend werden die  Gesetzgebungsvorhaben als die größte Herausforderung von über 60% der Befragten aus der Gruppe der netzgebundenen Dienstleistungen genannt.

4.      Größte Hindernisse bei Investitionen: Budgetgrenzen und fehlendes Kapital innerhalb der Organisation

Auf die Frage nach den Hauptursachen für begrenzte Investitionen in das eigene Unternehmen geben 56% der Befragten an, das finanzielle Kapazitäten für Investitionen fehlten, 31% beschreiben regulatorische Maßnahmen als Hindernis für Investitionen. Andere vom Unternehmen zu verfolgende Prioritäten werden am dritthäufigsten, von 26% der Befragten, als Grund für ausbleibende Investitionen genannt.

Die zwei wesentlichsten Gründe für begrenzte finanzielle Leistungsfähigkeit sind laut 61% der Befragten Einschnitte in Staatshaushalten sowie in den lokalen, öffentlichen Haushalten. 38% geben fehlendes Kapital im Unternehmen als Ursache für eingeschränkte finanzielle Leistungsfähigkeit des Unternehmens an.

Quelle: Auswertung von CEEP (engl.)