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03.04.2014

EU-Quartalsbericht über die soziale Lage und die Beschäftigungssituation veröffentlicht

Brüssel, 04.04.2014. Ende März 2014 veröffentlichte die Europäische Kommission ihren Quartalsbericht über die soziale Lage und die Beschäftigungssituation in Europa. Der Bericht hält fest, dass im Anschluss an die Finanzkrise zwar momentan ein Wirtschaftsaufschwung einsetzt, allerdings hierdurch noch keine neuen Arbeitsplätze geschaffen werden konnten.

Der Quartalsbericht liefert einen Überblick über aktuelle Entwicklungen auf dem europäischen Arbeitsmarkt und auf die soziale Lage in der EU, einschließlich der Analyse der kurzfristigen Veränderungen des BIP und des Beschäftigungswachstums, der Beschäftigungs- und Arbeitslosenquote, der Arbeitskräftenachfrage sowie der Entwicklungen bei Gruppen, die besonderen Arbeitsmarktrisiken ausgesetzt sind. Thematische und sektorale Analysen werden auch in Form von kurzen Abschnitten mit dem Titel "special focus" durchgeführt. Abschließend wird die Situation bei einer rotierenden Auswahl der Mitgliedstaaten näher analysiert.

Die Erholung auf den Arbeitsmärkten in der EU ist laut Angaben der EU-Kommission noch immer schwach. Die Arbeitslosigkeit sei zwar seit Mitte 2013 stabil, bewege sich mit etwa 26 Millionen Arbeitsuchenden in der EU (10,8 Prozent der Erwerbsbevölkerung) im Januar 2014 aber weiterhin auf Rekordniveau. Immer häufiger werde auf befristete Arbeitsverhältnisse oder Teilzeitbeschäftigungen zurückgegriffen während die Anzahl permanenter bzw. Vollzeit-Beschäftigungsverhältnisse sich nur leicht verbessert habe. Die „Sprungbrett-Funktion“ von befristeter Beschäftigung hin zu permanenter Anstellung nehme ab, so der Bericht.

Außerdem habe die Arbeitsplatzsicherheit deutlich abgenommen. Besonders negative Auswirkungen hatte die Krise demnach auf die Beschäftigungssituation von Männern und jungen Menschen. Junge Menschen sind weiterhin am stärksten von der Beschäftigungskrise betroffen. Im Januar 2014 betrug die Arbeitslosenquote für diese Altersgruppe innerhalb der EU 23,4 Prozent, gibt die EU-Kommission bekannt.

Während das BIP wachse (+0,4 Prozent im vierten Quartal 2013), sei das 2013 zurückgegangene reale Bruttoeinkommen, das Haushalten im Euroraum zu Verfügung steht, nun jedoch nahezu stabil. Ein weiterer Anstieg an Armut sei zu erwarten, die stetige Zunahme finanzieller Notlagen seit 2010 werde fortgesetzt, so die EU-Kommission.

Zwar habe sich die Wirksamkeit der Sozialschutzausgaben im Jahr 2013 leicht verbessert, allerdings könne man erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten festgestellen. Die meisten Mitgliedsstaaten verzeichneten steigende Barauslagen und relativ stabile Sachausgaben. Allerdings konnte in Irland, Griechenland, Zypern, Litauen, Slowenien und Großbritannien ein signifikanter Rückgang beobachtet werden, während Barleistungen in allen Mitgliedsstaaten außer Irland, Griechenland, Zypern, Litauen und Österreich zunahmen, bilanziert die EU-Kommission.

Quelle: PM EU-Kommission IP/14/346 vom 31.03.2014: „Beschäftigungssituation und soziale Lage: laut Quartalsbericht nur geringe Verbesserungen trotz erster Anzeichen für einen Aufschwung“