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07.02.2014

VDV: ÖPNV 2013 mit mehr Fahrgästen und steigenden Einnahmen aber höheren Kosten

Köln/Wiesbaden, 07.02.2014. In einer gestern veröffentlichen Pressemitteilung äußerte sich der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Mitglied des bvöd, zu den Entwicklungen der Fahrgastzahlen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) für das zurückliegende Jahr 2013.

Die Mitgliedsunternehmen des VDV haben für das Jahr 2013 rund 9,8 Milliarden Fahrgäste im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verzeichnet, was einem Plus von 0,8 Prozent entspricht.

Insgesamt erbrachten die Busse und Bahnen der VDV-Mitglieder im Nahverkehr letztes Jahr 92,5 Milliarden Personenkilometer, das sind über 253 Millionen Kilometer pro Tag, ebenfalls ein erneuter Rekordwert.

Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf stiegen um 3,3 Prozent auf insgesamt über elf Milliarden Euro.

Der Trend der steigenden Fahrgastzahlen deckt sich mit den Steigerungen, die das Statistische Bundesamt ebenfalls Mitte dieser Woche (Mittwoch) für den ÖPNV angegeben hatte. Die Steigerung von 0,8 Prozent führte demnach zu knapp 11 Milliarden Nahverkehrsfahrten im Jahr 2013. „Zum Wachstum trug vor allem der Schienenverkehr bei: Im Nahverkehr mit Eisenbahnen (einschließlich S-Bahnen) stiegen die Fahrgastzahlen 2013 um 1,2 Prozent, im Nahverkehr mit Straßen-, Stadt- und U-Bahnen um 1,0 Prozent. Auch mit Bussen fuhren mit plus 0,5 Prozent mehr Menschen“, so Destatis.

Gleichzeitig wies der VDV als Branchenverband darauf hin, dass die wirtschaftliche Lage der ÖPNV-Unternehmen durch deutlich höhere Kosten, unter anderem bei Busanmietungen (plus 4,5 Prozent) und Personal (plus 1,1 Prozent) schwieriger geworden sei.

„Das letzte Jahr brachte für die Branche Licht und Schatten. Es ist ein Erfolg, dass wir die Fahrgastzahlen auf hohem Niveau erneut steigern konnten. Und auch die deutliche Zunahme bei den Ticketeinnahmen ist ein erfreuliches Ergebnis. Allerdings zeigt der sinkende Kostendeckungsgrad, dass die Einsparungsbemühungen der Unternehmen und die Einnahmen durch die Fahrgäste alleine nicht mehr ausreichen, um das immer umfangreichere Bus- und Bahnangebot entsprechend zu finanzieren.“, erklärte VDV-Präsident Jürgen Fenske zur aktuellen Bilanz.

Zudem bleibe die Situation des ÖPNV im ländlichen Raum schwierig. „Das dortige Busangebot wird zu 70 - 80 Prozent von Schülern genutzt. Die dort tätigen Verkehrsunternehmen spüren den demografischen Wandel und die rückläufigen Schülerzahlen am deutlichsten“, so Fenske.

Der VDV appellierte an Bund und Länder angesichts steigender Kosten und zunehmender Verkehrsleistung, die Kofinanzierung des ÖPNV nicht weiter zurückzufahren.

In den vergangenen zehn Jahren sanken laut VDV die Zahlungen der öffentlichen Hand um fast 250 Millionen Euro (-6,4 Prozent). Im selben Zeitraum stiegen die Fahrgastzahlen um 7,4 Prozent, die Kosten sogar um rund 12 Prozent.

„Die fehlenden öffentlichen Gelder haben die Unternehmen durch Einsparungen und die Kunden durch Ticketpreiserhöhungen bislang weitestgehend kompensiert. Doch gerade angesichts der anstehenden Sanierungsinvestitionen im ÖPNV von mindestens vier Milliarden Euro muss allen verantwortlichen Politikern klar sein, dass es ohne zusätzliche öffentliche Gelder keine Modernisierung oder große Angebotserweiterung des ÖPNV mehr geben wird. Ohne weitere Unterstützung von Bund und Ländern können die Städte, Kommunen und Gemeinden die notwendigen Investitionen in die ÖPNV-Infrastruktur nicht stemmen“, so Fenske abschließend.

Quelle: Pressemitteilung des VDV vom 06.02.2014: LINK und Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes Nr. 038 vom 05.02.2014: LINK