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26.11.2012

EU-Kommission beschließt Modernisierung des EURES-Portals zur beruflichen Mobilität

Brüssel, 26.11.2012. In Zukunft soll EURES mehr freie Stellen anbieten, unmittelbar auf spezifische wirtschaftliche Bedürfnisse reagieren und proaktiv Stellengesuche mit Stellenangeboten abgleichen.

Durch die Reform soll EURES stärker auf junge Menschen ausgerichtet sein, die eine höhere Mobilitätsneigung haben, und sich auf Beschäftigungsverhältnisse erstrecken, bei denen Arbeit und Lernen kombiniert werden (z. B. Ausbildungsverhältnisse), plant die EU-Kommission.

Außerdem soll das EURES-Webportal benutzerfreundlicher gestaltet werden, um Online-Instrumente für die Stellenvermittlung zur Verfügung zu stellen und den Zugang zu qualifikationsbasierten Arbeitsmarktdaten zu gewährleisen.

Für Arbeitsuchende soll es zukünftig einfacher werden, Kontakt zu Arbeitgebern aufzunehmen, die Arbeitskräfte mit besonderen Qualifikationen suchen. Der Schwerpunkt wird auf Branchen und Berufe gelegt, in denen Arbeitskräftemangel herrscht.

Für die Arbeitgeber soll der Zugang zu einem Kandidatenpool mit den für die Entwicklung und das Wachstum ihres Unternehmens benötigten Qualifikationen verbessert werden.

EURES ist ein bereits bestehendes Arbeitsvermittlungs-Netz, dem 31 europäische Arbeitsverwaltungen in den EU-Mitgliedstaaten, den EWR-Ländern (Norwegen, Island und Liechtenstein) und der Schweiz angehören und das derzeit zwischen 30 und 40 Prozent aller freien Stellen in den Ländern abgedeckt.

László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, erklärte: "Die Förderung der EU-internen Mobilität von Arbeitsuchenden kann zur Lösung des Problems der derzeit unannehmbar hohen Arbeitslosenquoten beitragen. Das verbesserte EURES-Netz hilft Personen, die gewillt sind, im Ausland zu arbeiten, bei der Suche nach geeigneten offenen Stellen und kann Arbeitgeber bei der Suche nach qualifizierten Arbeitskräften unterstützen. Wir appellieren nun an alle Mitgliedstaaten, die erforderlichen Schritte für die Umsetzung der Reform einzuleiten."

Trotz hoher Arbeitslosenquoten (mehr als 25 Millionen Arbeitslose in der EU) herrscht weiterhin ein Fachkräftemangel und bleiben Stellen in bestimmten Berufen unbesetzt. Seit Mitte 2009 ist laut EU-Kommission die Zahl offener Stellen angestiegen, vor allem in wachstumsintensiven Bereichen wie Informations-, Kommunikations- und Umwelttechnologie.

Die EU-Kommission kündigte an, dass mit der Reform die Anzahl der Partner, die im Rahmen von EURES Mobilitätsdienstleistungen anbieten, erhöht und eine Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Arbeitsvermittlern eingeführt werde.

Der Beschluss gilt ab 1. Januar 2014. Bis dann muss jedes teilnehmende Land eine besondere Dienststelle benennen, die die Reform umsetzt, mit den neuen Partnern zusammenarbeitet und das erforderliche spezifische Leistungsangebot entwickelt.

Hintergrund:
Gemäß dem Grundsatz der Freizügigkeit der Arbeitnehmer können EU-Bürgerinnen und ‑Bürger in jedem beliebigen EU-Land Arbeit suchen und dort ohne Arbeitserlaubnis arbeiten; sie müssen dabei in Bezug auf Zugang zu Beschäftigung, Arbeitsbedingungen und Sozialleistungen so wie die Staatsangehörigen des Aufnahmelandes behandelt werden.

Derzeit leben nur 3,1 % der EU-Erwerbsbevölkerung in einem anderen Mitgliedstaat als dem eigenen. Die Zahl ist seit 2005 um nahezu 60 % angestiegen, hauptsächlich im Zuge der Erweiterungen in den Jahren 2004 und 2007. Laut Schätzungen ist das BIP in der EU‑15 infolge der Mobilitätsströme nach der Erweiterung im Zeitraum 2004-2009 um insgesamt etwa 1 % gestiegen. Allerdings hat die Wirtschaftskrise die Mobilitätsströme zwischen den EU-Mitgliedstaaten gebremst: im Vergleich zum Zeitraum 2006-2008 gingen die EU-internen Mobilitätsströme im Zeitraum 2009-2011 um ein Drittel zurück.

Das EURES-Portal zur beruflichen Mobilität ist gebührenfrei und bietet Informationen über die Lebens- und Arbeitsbedingungen in allen teilnehmenden Ländern in 25 Sprachen an.

Über die Website, die jeden Monat 4 Millionen Besucher verzeichnet, werden jeden Monat 150 000 Kontakte zwischen Arbeitsuchenden und Arbeitgebern hergestellt, die in etwa 50 000 Vermittlungen pro Jahr münden.

Im Durchschnitt sind auf dem Portal ständig 750 000 Lebensläufe eingetragen. Über den EURES-Veranstaltungskalender können mehrere hundert Veranstaltungen abgerufen werden, die in Europa stattfinden.

Quelle: Pressemitteilung IP/12/126 vom 26.11.12: "Beschäftigung: Kommission verbessert EURES-Netz für die berufliche Mobilität"