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13.11.2013

Öffentliche Unternehmen: Zukunftsfähigkeit des Unternehmens ist Motiv für Nachhaltigkeitsmanagement

Berlin, 13.11.2013. Ein Arbeitskreis des Wissenschaftlichen Beirats des bvöd unter Leitung von Professorin Dr. Dorothea Greiling (Johannes Kepler Universität Linz) und Professor Dr. Ludwig Theuvsen (Georg-August-Universität Göttingen) hatte sich mit seiner Gründung im Jahr 2012 zum Ziel gesetzt, die Motive und den aktuellen Umsetzungstand von Nachhaltigkeitsmanagement öffentlicher Unternehmen empirisch zu erfassen.

Hintergrund war, dass bislang keine umfassenden sektorübergreifenden empirischen Erhebungen existierten, welche die vielfältigen Aktivitäten öffentlicher Unternehmen im Kontext von nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftsverantwortlichem Handeln aufzeigten.

Mit Hilfe einer ersten Online-Umfrage wurde im Juli 2013 die Frage der Umsetzung von „Nachhaltigkeitsmanagement und -reporting“ in öffentlichen Unternehmen von den Wissenschaftlern angegangen. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begleitet den Arbeitskreis aktiv und unterstützte die Umfrage organisatorisch und personell.

Neben dem VKU beteiligten sich an der Umfrage Unternehmen der bvöd-Mitgliedsverbände Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, Deutsche Gesellschaft für das Badewesen und Allianz öffentliche Wasserwirtschaft (AöW).

Ergebnisse der Befragung: Zukunftsfähigkeit des Unternehmens ist Motiv für Nachhaltigkeitsmanagement in öffentlichen Unternehmen

An der Befragung hatten sich 164 Unternehmen aus dem bvöd und aus bvöd-Mitgliedsverbänden beteiligt. Die Auswertungsergebnisse zeigen, dass sich öffentliche Unternehmen auf einem guten Weg zu einem umfassenden Nachhaltigkeitsmanagement befinden. 

Knapp ein Drittel der befragten Unternehmen hat ein Nachhaltigkeitsmanagement etabliert, weitere 15 Prozent planen die Einführung.

Zentrales Motiv ist dabei die Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens, gefolgt von Erwartungen der Kunden und der Eigentümerin Kommune.

Auf der Gesamtunternehmensebene zählen das Risiko- und Chancenmanagement sowie unternehmenskulturelle Instrumente wie Compliance- und Nachhaltigkeitsleitlinien zu den am stärksten genutzten Instrumenten.

Nachhaltigkeit im öffentlichen Beschaffungswesen ist seit langem ein Instrument der Umweltpolitik und nimmt bei öffentlichen Unternehmen eine zentrale Rolle ein.

Daher sehen sich die Befragten weiterhin einer regionalen Beschaffungspolitik verpflichtet und leisten damit, ergänzend zu ihrer Arbeitgeberfunktion, einen Beitrag zur regionalen Wirtschaftsförderung.

In ihren Auswertungen kommen die Wissenschaftler jedoch zu dem Schluss, dass öffentliche Unternehmen ihren gesellschaftlichen Mehrwert noch offensiver kommunizieren könnten.

Der Ergebnisbericht ist auf Anfrage bei der bvöd-Geschäftsstelle erhältlich.

Die Ergebnisse der Befragung wurden im Rahmen der bvöd-Jahresveranstaltung am 5. November 2013 in Berlin zur Diskussion gestellt.

Anknüpfend an die Befragungsergebnisse wird der VKU den Wissenschaftlichen Beirat in den nächsten Monaten dabei unterstützen, „Best Practice“-Beispiele zum Nachhaltigkeitsmanagement in öffentlichen Unternehmen zusammenzustellen. Ziel ist es, die Vielfalt innovativer Beiträge von kommunalen Unternehmen für ein nachhaltiges unternehmerisches Handeln aufzuzeigen.

In den kommenden Monaten sollen zudem weitere Sektoren der öffentlichen Wirtschaft die Möglichkeit erhalten, an der Umfrage teilzunehmen.

Geplant ist außerdem, dass die Umfrage außerhalb Deutschlands über das internationale wissenschaftliche CIRIEC-Netzwerk in weiteren nationalen Sektionen verbreitet wird und die dortigen öffentlichen Unternehmen befragt werden. Der bvöd ist die deutsche Sektion von CIRIEC International.